Kriminalität

Kassel: Angriff könnte rassistisch motiviert gewesen sein

  • Hanning Voigts
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In der Nacht zum vergangenen Sonntag hat ein Unbekannter einem Minicar-Fahrer in den Hals gestochen. Die Polizei hält es für denkbar, dass der Täter aus Rassismus gehandelt hat.

Nachdem ein Unbekannter in der Nacht zum vergangenen Sonntag in Kassel einem Minicar-Fahrer in den Hals gestochen hat, ermittelt die Polizei auch in Richtung eines möglichen rassistischen Tatmotivs. Man ermittele in alle Richtungen, schließe aber auch einen „fremdenfeindlichen Hintergrund“ nicht aus, sagte ein Polizeisprecher der Frankfurter Rundschau auf Anfrage. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte der Sprecher zunächst keine weiteren Details nennen.

Nach Polizeiangaben hatte der 47-jährige Minicar-Fahrer am frühen Sonntagmorgen gegen 4.30 Uhr vor einem Club in der Friedrich-Ebert-Straße einen etwa 30 bis 35 Jahre alten Fahrgast aufgenommen. An seinem Ziel in der Knutzenstraße in der Kasseler Nordstadt hatte der Mann zunächst den Fahrpreis bezahlt, dem Fahrer dann aber unvermittelt mit einem spitzen Gegenstand in den Hals gestochen. Der 47-Jährige wurde erheblich verletzt, konnte sich aber noch selbst in ein nahegelegenes Krankenhaus begeben. Der Täter floh zu Fuß in Richtung der Fiedlerstraße. Er soll 1,75 bis 1,80 Meter groß, blond und von normaler bis kräftiger Statur sein.

Die Polizei ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdeliktes und gefährlicher Körperverletzung und sucht dringend nach Augenzeugen. Insbesondere suchen die Ermittler nach zwei Männern, die dem Täter direkt entgegengekommen sein sollen, bevor dieser vor dem Club in das Minicar einstieg.

Dass die Tat einen rassistischen Hintergrund haben könnte, wurde nur durch einen Bericht des Kasseler Online-Magazins „Die Dezentrale“ bekannt. Die Website hatte unter Berufung auf den Betreiber des Minicar-Unternehmens berichtet, der Täter habe bei seinem unvermittelten Angriff „Scheiß Ausländer“ und „ Geldwäscher“ gerufen. In den Pressemitteilungen der Polizei zu dem Fall hatte davon nichts gestanden.

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