Messungen soll es auch vor der Kita in der Dieselstraße geben, hier ein Archivbild vom Spielplatz an der Kita.
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Messungen soll es auch vor der Kita in der Dieselstraße geben, hier ein Archivbild vom Spielplatz an der Kita.

Rhein-Main

Karben verstärkt Tempokontrollen

  • vonHolger Pegelow
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Die gemeinsame Überwachung von Karbener und Bad Vilbeler Beamten soll enden.

Wenn in der südlichen Wetterau ein großer grauer VW-Bus mit getönten Scheiben steht, heißt es für die Autofahrer: runter vom Gas. Denn in der Nähe des Busses stehen Messgeräte, ein externer Blitz und zwei Kameras. Im Bus sitzen vor Bildschirmen zwei Polizeibeamte. Einer stammt aus Bad Vilbel, der andere aus Karben. Ob an der Kreisstraße nach Heldenbergen, auf der Landesstraße vor Burg-Gräfenrode oder in den Wohnstraßen von Bad Vilbel – stets geht man gemeinsam gegen Temposünder vor. Doch das soll sich ändern.

Den rechtlichen Rahmen für die Zusammenarbeit bildet ein gemeinsamer Ordnungsamtsbezirk, den die beiden Städte im Mai 2011 gegründet haben und der vom Regierungspräsidium Darmstadt genehmigt wurde.

Beide Städte wollten vor allem aus einem Grund zusammenarbeiten: Die im Einsatz befindlichen Radargeräte waren in die Jahre gekommen, und ein neues digitales Gerät sollte zwischen 80 000 und 100 000 Euro kosten. Das würde sich für eine Stadt quasi nur lohnen, wenn es an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr im Einsatz wäre. Deshalb wollte man sich die Kosten teilen und gemeinsam auf Tempokontrolle gehen. Nun will Karben seinen eigenen Weg gehen.

Der Bad Vilbeler Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) machte im Haupt- und Finanzausschuss den Entschluss der Nachbarkommune öffentlich. Von dort hieß es auf Nachfrage dieser Zeitung: Die Kooperation mit Bad Vilbel sei eine gute Entscheidung gewesen. Es habe jahrelang geholfen, einen Mindeststandard an Überwachungen bieten zu können, teilt Bürgermeister Guido Rahn (CDU) mit. „Aufgrund der gestiegenen Anforderungen und Forderungen betroffener Anwohner und Gremien ist es jetzt aber besser, unsere eigene Personalstärke zu erhöhen und eigenständig zu agieren“, betont das Karbener Stadtoberhaupt. Man beabsichtige die weitere Aufstockung des Personals im Bereich der Stadtpolizei.

Messungen vor Schulen

Im Stellenplan stehen dafür zwei zusätzliche Stellen, die vom Stadtparlament bereits genehmigt wurden. Durch die zusätzlichen Stadtpolizisten erreicht die Stadt laut Rahn eine ausreichende Personalstärke, „um die Geschwindigkeitskontrollen eigenständig durchführen zu können“.

Karben könne somit flexibler reagieren, etwa sehr kurzfristig auf Wünsche von Anwohnern oder bei Gefahrenstellen beispielsweise durch Baustellen. Rahn erinnert an den schweren Unfall auf der Landstraße von Kloppenheim nach Ober-Erlenbach. „Hier kommen jetzt Wünsche nach Geschwindigkeitsbeschränkungen und Messungen.“ Aber auch vor der Kita in der Dieselstraße, vor dem Jukuz sowie vor Grundschulen werde man verstärkt messen. Karben will laut Bad Vilbels Stadtoberhaupt Stöhr den aktuell genutzten VW-Bus übernehmen, „Bad Vilbel beschafft sich ein neues Fahrzeug.“

Wann der gemeinsame Bezirk aufgelöst wird, dazu macht das Büro des Bad Vilbeler Bürgermeisters keine Angaben. Stadtsprecher Yannick Schwander sagt, dazu, zunächst einmal müsse das Regierungspräsidium den gemeinsamen Ordnungsamtsbezirk auflösen. Die Stadt Bad Vilbel könne jedenfalls einen alleinigen Ordnungsamtsbezirk gewährleisten. „Ob es zukünftig weitere Ordnungskräfte geben wird, das werden dann die kommenden Beratungen des Haushalts und des Stellenplans zeigen.“

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