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Der frühere Stadtort des Unternehmens M. Kappus in der Innenstadt. (Archivbild)

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Kappus in Offenbach droht die Schließung

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Der Insolvenzverwalter hat Betriebsrat und Belegschaft über die dramatische Lage informiert.

Erneut schlechte Nachrichten für das angeschlagene Traditionsunternehmen M. Kappus: Dem seit September insolventen Seifenhersteller droht die Schließung des Werks in Offenbach. Das gab Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko am Freitag bekannt. Die übrigen Produktionsstandorte seien jedoch nicht betroffen, sagte Danko.

„Leider ist die Lage am Standort Offenbach sehr ernst. Die vorhandenen Aufträge reichen bei weitem nicht aus, um den Standort auszulasten“, sagt der Insolvenzverwalter. Das Offenbacher Werk erwirtschafte weiterhin Verluste in erheblicher Höhe. „Eine Trendwende ist nicht in Sicht“, sagte Danko.

Der Insolvenzverwalter hat am Freitag Betriebsrat und Belegschaft über die dramatische Lage informiert. Eine endgültige Entscheidung über die Schließung werde aber erst in der kommenden Woche durch die Gläubiger fallen. Im Offenbacher Werk sind 70 Mitarbeiter beschäftigt.

Durch gestiegene Rohstoffpreise, den Preisdruck durch Discounter und Drogeriemärkte sowie durch den Trend der Kunden zu Flüssigseife musste das 1848 gegründete Unternehmen Kappus im vergangenen September Insolvenz anmelden. Schon 2017 verlegte es seinen Sitz vom ursprünglichen Standort in der Innenstadt in das Industriegebiet Waldhof. Kappus beschäftigt rund 350 Mitarbeiter an den Produktionsstandorten Offenbach, Krefeld, Riesa und Heitersheim.

Für den Standort Offenbach hat Danko wenig Hoffnung: Gespräche mit Gläubigern und Interessenten hätten gezeigt, „dass kein belastbares Interesse am Standort Offenbach besteht, weder im Rahmen einer Paket- noch einer Einzellösung“.

Im Falle einer Stilllegung der Offenbacher Produktion werde eine geregelte „Ausproduktion“ geplant, eine Schließung werde nicht „von heute auf morgen“ erfolgen. Mit Betriebsrat und Gläubigern werden nun verschiedene Schließungsszenarien besprochen.

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