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Anlässlich des Weltflüchtlingstages standen Mitglieder des Netzwerkes und Flüchtlinge gemeinsam am Kochtopf.
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Anlässlich des Weltflüchtlingstages standen Mitglieder des Netzwerkes und Flüchtlinge gemeinsam am Kochtopf.

Rödermark

Kanzlerin dankt mit Händedruck

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Seit 25 Jahren kümmert sich das Netzwerk für Flüchtlinge um Einwanderer in Rödermark. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird sich persönlich für das ehrenamtliche Engagements bedanken.

Nur wenige Flüchtlingsorganisationen gibt es schon so lange: Seit nunmehr 25 Jahren hilft das Netzwerk für Flüchtlinge Rödermark Menschen, die ihre Heimat hinter sich lassen mussten. Der Verein ist nicht nur „geschichtsträchtig“, sondern leistet auch ausgezeichnete Arbeit. Zahlreiche Preise, die das Netzwerk schon eingeheimst hat, zeugen davon. Am morgigen Freitag folgt nun die Krönung aller Bemühungen: Bundeskanzlerin Angela Merkel bedankt sich persönlich für den großartigen Einsatz des Rödermärker Flüchtlingsnetzwerk bei der Integration von Asylsuchenden. Vereinsvorsitzende Brigitte Speidel-Frey reist zur Ehrung ins Bundeskanzleramt nach Berlin.

Das Rödermärker Flüchtlingsnetzwerk ist eine von 140 Gruppierungen, die bundesweit ausgewählt wurden, um den Dank der Kanzlerin entgegenzunehmen und sich in der Hauptstadt direkt mit ihr auszutauschen. Im Anschluss folgt auch noch eine Podiumsdiskussion, in der es um den aktuellen Beitrag der Helfer sowie die künftigen Herausforderungen bei der Integration geht. Speidel-Frey ist mächtig stolz auf diese Einladung – ist das doch der Beweis, dass sich die gute Arbeit des Rödermärker Flüchtlingsnetzwerks bis nach Berlin herumgesprochen hat.

Rund 600 Flüchtlingen habe der Verein, der vor gut 25 Jahren unter dem Namen „Flüchtlingshilfe Rödermark“ gegründet wurde, wohl schon geholfen, schätzt Speidel-Frey. Der Balkankrieg, der 1991 begann, lieferte die Initialzündung, da damals mehr als 200 Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien in die Stadt kamen. Dann stand hauptsächlich die Integration von Migranten im Vordergrund, „denn politisch betrachtet hatten wir damals weder Integration noch ein Einwanderungsgesetz“. Der Verein schaffte ein Miteinander mit Migranten. Deshalb benannte er sich 2004 in „Netzwerk für Integration Rödermark“ um.

Als 2014 abzusehen war, dass durch die Konflikte in der Welt wieder Flüchtende nach Deutschland kommen, erfolgte erneut eine Namensänderung in „Netzwerk für Flüchtlinge“. Der Vorstand ging außerdem einen entscheidenden Schritt: Er gründete den „Freundeskreis Flüchtlinge“ als zweites Standbein. Dort finden sich Menschen zusammen, die Asylsuchenden helfen, aber nicht zwangsläufig Mitglied in einem Verein werden wollen.

Diese Idee sei wohl das Erfolgsrezept, meint Speidel-Frey. Auf der einen Seite gibt es so den Verein mit 56 Mitgliedern, auf der anderen Seite den Freundeskreis mit 150 Ehrenamtlichen, die jede Woche ein bis zwei Stunden ihrer Zeit zur Verfügung stellen. „In Geld gerechnet, ist das sogar mehr als ein Jahresbeitrag“, so die Vorsitzende.

Zehn verschiedene Projektgruppen wurden im Freundeskreis gebildet, in denen sich die Bürger mit ihren Interessen bei der Integration der Flüchtlinge einbringen können: sportliche Aktivitäten, Patenschaften, Jobvermittlung, Gymnastik, Reparaturen, Sprachförderung – um nur einige zu nennen.

Speidel-Frey ist seit drei Jahren am Ruder. Sie stieg bei der Gründung des Freundeskreises mit ein, übernahm relativ schnell dessen Koordinierung und dann den Vereinsvorsitz. „Die Arbeit ist anstrengend, gibt mir aber viel, wenn die Erfolgserlebnisse kommen“, sagt sie. Und die kommen: Aktuell beginnt ein Afghane eine Ausbildung im Metallbau, ein anderer in einer Schreinerei, vier Flüchtlinge arbeiten im Lager, einer als Helfer bei einer Metallbaufirma, ein weiterer bei einer großen Baumarktkette. „Das alles sind für uns Motivatoren für unsere Arbeit.“

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