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Klimaschäden im Wald: Förster kommen um Fällarbeiten oft nicht herum.

Waldschäden

Kahlschlag in hessischen Wäldern

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Die Forstleute kämpfen mit den Folgen des Klimawandels. Und sie machen den Staatswald fit für die Zukunft.

Sturm, Trockenheit, Borkenkäfer, Feuer: Das vergangene Jahr ging nicht zimperlich mit dem hessischen Wald um. Mit 2,85 Millionen Kubikmeter ernteten die Leute von Hessen Forst 35 Prozent mehr als geplant. 15,3 Hektar fielen den 139 Waldbränden zum Opfer, die vor allem im Süden des Landes tobten.

Gleichwohl fällt der am Dienstag in Wiesbaden vorgestellte „Nachhaltigkeitsbericht“ positiv aus: Es sei viel umgesetzt worden, um die Wälder zukunftssicherer zu machen und Klimastabilität und Biodiversität zu fördern, versicherten Staatssekretärin Beatrix Tappeser (Grüne) und Landesbetriebsleiter Michael Gerst. Der Klimawandel sei eine große Herausforderung, sagte Tappeser. „Mit unserer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und dem Aufbau stabiler Mischwälder stellen wir den Wald für die Zukunft auf.“

Dem hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) reichen die Anstrengungen angesichts der verheerenden Dürreschäden nicht aus. „Der derzeitige Stillstand beim Ausbau der Windenergie gefährdet die Stabilität der heimischen Wälder“, sagte Vize-Geschäftsführer Thomas Norgall. Seine Forderung: Der Schutz des Waldes muss an erster Stelle stehen, der Ausbau erneuerbarer Energien angesichts des Klimawandels schnellstmöglich voranschreiten.

Laut Tappeser werden seit Anfang dieses Jahres zehn Prozent des Staatsforstes nicht mehr bewirtschaftet. „In diesen Naturwäldern können sich viele Tier- und Pflanzenarten frei entfalten.“ Michael Gerst sagte, dass trotz der Aufräumarbeiten noch Zeit für die Entwicklung des Walds blieb. „685 000 neue Bäume haben wir in 2018 gepflanzt.“ Die Forstleute hätten 2500 Hektar junge Wälder mit zukunftsfähigen Arten gepflegt, damit sich klimastabile Bestände entwickeln können. „Es geht darum, alle Waldfunktionen gleichermaßen und auf Dauer zu sichern.“ Zwar seien weniger Bäume als in normalen Jahren gepflanzt worden. Doch das könne bei ausreichend feuchten Böden nachgeholt werden.

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