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Besucher im Kunstmuseum Marburg betrachten Exponate der Sammlung Hilde Eitel; v.l. Winona Michel, Johanna Hammil.

Marburg

Endlich wieder offen

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Das Kunstmuseum Marburg wurde mit viel privater Hilfe restauriert - sogar mit einem Yogakurs ist Geld gesammelt worden

Sieben lange Jahre war das Marburger Kunstmuseum geschlossen – an diesem Wochenende schließlich öffnet das 1927 zum 400-jährigen Bestehen der Universität gegründete, im ungewöhnlichen expressionistischen Stil erbaute Haus nach einer grundlegenden Sanierung wieder.

Möglich gemacht hat das eine ungewöhnlich engagierte Bürgerschaft, die bei der Aktion „Kunst braucht Raum“ mit zahlreichen originellen Aktionen insgesamt 1 285 000 Euro für die Renovierung des Gebäudes sammelte. Schon bei der Gründung vor mehr als 90 Jahren waren es die Bürger, die in wirtschaftlich schweren Zeiten mit gespendetem Geld, Material und auch Arbeitskraft den bedeutenden Neubau ermöglichten.

Jetzt spendeten beispielsweise 500 Mitarbeiter der Universität je 100 Euro, die Enkeltochter des berühmten Bildhauers Georg Kolbe sammelte bei einem eigens gehaltenen Yogakurs Geld, Kinder bastelten Sparschweine, es gab Golfturniere und Auktionen für das Museum, wie Iris Rubinich, Leiterin Stabsstelle Fundraising und Alumni-Service der Universität, berichtet. 150 000 Euro stiftete eine Kunstsammlerin aus Kanada, die in Marburg geboren wurde. Rund 6,9 Millionen Euro kostete die denkmalgerechte Sanierung der Gebäudehülle im charakteristischen „Marburger Zackenstil“ mit neuen Fenstern und einem neuen Dach, dazu kamen 3,9 Millionen Euro für die Innensanierung.

In den neu renovierten Räumen ist eine der interessantesten Kunstsammlungen Hessens zu sehen, mit etlichen großen Namen wie Käthe Kollwitz, Lovis Corinth, Wassily Kandinsky oder Paul Klee. Erstmals vollständig gezeigt wird die Sammlung der 2010 verstorbenen Marburger Tapetenfabrikantin Hilde Eitel, die sie der Uni vermacht hat. Sie hatte vor allem ein Faible für heute fast unbezahlbare Werke der Nachkriegskunst.

Vom 21. Oktober an ist das Museum mittwochs bis montags von 11 bis 17Uhr geöffnet, Ruhetag ist der Dienstag. Am jeweils letzten Donnerstag im Monat ist das Museum bis 21 Uhr abends auf. Der Eintritt kostet 5 Euro.

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