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Baerbock (re), Hinz und Al-Wazir tanzen der Wahl entgegen.

Landtagswahl in Frankfurt

Grüne in Frankfurt feiern schon

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Der Wahlkampfhöhepunkt der Frankfurter Grünen in der Union-Halle wird zur Party mit Tanzeinlagen der Prominenz.

Nein, es ist nicht die Siegesparty, zu der sich die hessischen Grünen am Donnerstag in der Frankfurter Union-Halle getroffen haben. Auch wenn sich der Abend, der als Wahlkampfhöhepunkt angekündigt ist, mitunter so anfühlt. 

Da sind die Spitzenkandidaten: Priska Hinz und Tarek Al-Wazir kommen gemeinsam mit der Bundesvorsitzenden Annalena Baerbock tanzend an die kreisrunde Bühne in der Mitte des Saals. Sie klatschen Leute im Publikum ab und strahlen für die Fotografen um die Wette. Aus den Boxen schallt „Can’t stop this Feeling“ von Justin Timberlake. Die Botschaft ist klar: Hier kommen Leute, die in wenigen Tagen etwas Großes schaffen wollen. 

Da ist die Basis: Die Halle ist voll, und die Leute machen Stimmung, Stimmung, Stimmung. Mit dem rhythmischen Klatschen beim Einzug der Promis wollen sie gar nicht mehr aufhören, manche juchzen und kreischen wie einst beim Take-That-Konzert. „Die sind besoffen von sich selbst“, raunt jemand auf den Presseplätzen. Die Grünen feiern ihre Stars – auch wenn die noch gar nicht gewonnen haben. Umfrage hin, Wahlkreisanalyse her. 

Da ist die Ansprache: Die Spitze der Grünen weiß, was sie sagen muss, um die Stimmung hochzuhalten. „Wir wollen ein Ergebnis, wie wir es als Grüne in Hessen noch nie hatten“, ruft der Landesvorsitzende Kai Klose zur Begrüßung. Und Baerbock schmettert den Leuten ein „Hallo, ihr Pokalsieger“ entgegen. Das erinnert einige allerdings daran, dass sie zeitig weg müssen. Donnerstagabend ist in Frankfurt Europacup-Zeit. 

Da sind die Reden: Keine Experimente, keine neue Themen mehr so kurz vor der Wahl. Inhaltlich spulen die Grünen ihr übliches Programm ab. „Danke für 1000 Windräder in Hessen“ (Baerbock). Und: „Jeder hat in diesem Sommer verstanden, dass wir eine Klimakrise haben“ (Hinz). Und der Klassiker aus den 80ern: „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“ (Al-Wazir).

Der Wirtschaftsminister gibt an diesem Abend den großen Warner und Mahner: Umfragen seien noch keine Ergebnisse, die ganze Partei müsse bis Sonntag, 18 Uhr, alles geben. Doch in Erinnerung bleibt vor allem Annalena Baerbock. Bevor sie die Bühne verlässt, ruft sie: „Bis Sonntag – ich freue mich auf die Party.“ Man glaubt es ihr.

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