Sabine Haus und Angelo Kamm, Züchter von Savannah-Katzen, Fernwald, Hessen.
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Sabine Haus und Angelo Kamm, Züchter von Savannah-Katzen, halten im Garten ihres Hauses die beiden Katzen „Dafna“ (l) und „Dafina“.

Tiere

Justin Biebers Wildkatzen sind gefragt

Sie schreiten majestätisch daher, fallen auf mit ihrem getupften Fell und schlanken Körper: Savannah-Katzen. Ihre Haltung kann aber Schwierigkeiten aufwerfen. Auch von Tierschützern gibt es Kritik.

Sushi“ und „Tuna“ sind berühmte und besondere Katzen. Nicht nur, weil US-Sänger Justin Bieber sie gekauft und ihnen ein eigenes Profil in den sozialen Medien angelegt hat. Sie entstammen auch einer speziellen Züchtung, einer Kreuzung einer Haus- mit einer afrikanischen Wildkatze. Bieber musste deshalb viel Kritik von Tierschützern einstecken. Dennoch haben die beiden Savannah-Katzen die Nachfrage nach den charakteristisch gefärbten und teuren Tieren in Deutschland steigen lassen - was nicht unproblematisch ist.

Sabine Haus züchtet seit acht Jahren Savannahs im hessischen Fernwald. Sie hat auch ein Exemplar, das Biebers Katzen entspricht, „Nala“. Und stellt gleich klar: Es handele sich nicht um ein normales Haustier: „Sie ist ein wildes Tier, das darf man nicht vergessen.“ Die Katze ist etwa drei Mal so groß wie eine Hauskatze. Sie frisst beispielsweise Hühnerschenkel - die sie mühelos zerbeißt samt Knochen.

In Deutschland gelten für die Haltung der exotischen Tiere strenge Vorschriften. Haus hat „Nala“ gemeinsam mit ihrem Mann von einem Züchter übernommen, der aufgegeben hat. Zuvor musste sie eine Prüfung ablegen. Freilauf ist verboten. Die Tiere müssen dennoch ausreichend Platz haben zum Klettern und Springen. Das Veterinäramt kam mehrmals vorbei, um das bis zu drei Meter hohe Außengehege im Garten zu begutachten, erst dann sei die Genehmigung erteilt worden.

Tierschützer sehen einen problematischen Trend zur Privathaltung solcher sogenannter Hybrid-Katzen. Da sie auch aus dem Ausland importiert und in Hobbyzucht gezüchtet würden, gebe es keine Zahlen, wie viele von ihnen in Deutschland gehalten würden, erklärt der Deutsche Tierschutzbund. Savannah-Katzen der ersten Generation könnten mehr als zehn Kilogramm schwer werden und eine Schulterhöhe von bis zu 45 Zentimetern erreichen. Das mache sie zu eine der größten Hauskatzenrassen - mit dementsprechenden Herausforderungen bei der Haltung.

Ein Savannah-Katzenbaby in der Hand von Züchterin Sabine Haus.

„Der Nachwuchs bekommt von seinen Eltern einen genetischen Mix mit, der von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich ausfallen kann“, erklärt der Tierschutzbund. Wenn die Katzen frei herumlaufen würden, können sie für die übrige Tierwelt eine große Gefahr darstellen - für Vögel, Frösche, Eidechsen und Säugetiere, wie auch eine Studie in Australien ergeben hatte.

Sabine Haus sagt über „Nala“: „Sie gehört nicht bei uns in den Wald und gehört auch nicht in ein Wohnzimmer.“ Die 54-Jährige züchtet Savannahs, die kleiner und weniger wild sind. Die Katzen unterscheiden sich sehr voneinander, je nachdem, wie viele Generationen seit der Ursprungszüchtung vergangen sind. Ab der fünften Generation gilt keine Meldepflicht mehr. Doch auch dann ist die Haltung aufwendiger als bei normalen Hauskatzen.

Savannahs können aus dem Stand zwei Meter hoch springen. Sie seien zudem geselliger, temperamentvoller und bräuchten mehr Beschäftigung, sagt Haus. Die Savannah-Züchterin Renate Remplein aus Adelzhausen bei München verweist darauf, dass die Tiere neben ausreichend Klettermöglichkeiten auch einen Katzen-Spielgefährten bräuchten. Zur Einzelhaltung seien sie nicht geeignet.

Savannahs sind teuer. Je nachdem, welcher Generation sie angehören, können Kätzchen 2000 Euro oder auch weitaus mehr kosten, 10 000 Euro etwa eines der ersten Generation. In Fernwald sind die Kätzchen oft schon reserviert, bevor sie auf die Welt kommen. Justin Bieber habe die Katzen bekannter gemacht, sagt Haus: „Wir haben Nachfrage aus ganz Deutschland.“ Zuletzt sei sie sogar noch gestiegen.

Auch Züchterin Haus sagt, es gebe schwarze Schafe, die die teuren Katzen in Kellern züchteten und illegal auf den Markt brächten. Interessenten sollten sich die Züchter und die Haltungsbedingungen unbedingt genau anschauen, rät sie. Gleiches mache sie bei ihren Kunden: Wer kein ausreichendes Interesse an den Savannahs und ihren besonderen Bedürfnissen zeige, bekomme keine Katze. (dpa)

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