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SPD-Chef Rainer Fich, Janis Ahäuser, Bundestagskandidatin Natalie Pawlik.
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SPD-Chef Rainer Fich, Janis Ahäuser, Bundestagskandidatin Natalie Pawlik.

Wetterau

Jusos wollen wieder stärker mitmischen

  • Andreas Groth
    VonAndreas Groth
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Im Süden der Wetterau wollen die Jungsozialisten wieder stärker Flagge zeigen. Bald soll es eine Juso-AG in Bad Vilbel geben. Die Junge Union ist schon gut aufgestellt.

Natalie Pawlik und Fabian Hassebrock sind zwei Leuchttürme der Wetterauer Jusos. Die 24-jährige Pawlik ist Bundestagskandidatin der SPD für den Wahlkreis Wetterau I. Sie sitzt im Kreistag und im Stadtparlament von Bad Nauheim, macht ihren Master in Soziologie. Hassebrock gehört mit 19 Jahren zu den jüngsten Stadtverordneten Hessens. Ende Januar sorgte er über die Wetterau hinaus für Aufsehen, als er im Rosbacher Stadtparlament vielen Kollegen die Leviten las.

Pawlik und Hassebrock sind nicht nur Leuchttürme, sie sind Ausnahmen. Denn die Jusos in der Wetterau treten im Vergleich zur Jungen Union (JU) ansonsten wenig in Erscheinung. Die CDU-Jugend im Kreis äußert sich regelmäßig zu kommunalpolitischen Themen. Fast jedes Jahr wird laut dem Kreisvorsitzenden Patrick Appel ein Ortsverband gegründet. Für die Kommunalwahl 2016 schrieb man ein eigenes Wahlprogramm. Es gibt eine recht aktuelle Homepage und ein Mitgliedermagazin.

Dagegen Angaben über die Wetterauer Jusos zu machen, fällt schwer. Eine entsprechende Anfrage vom 8. März blieb bis Freitagabend unbeantwortet. Auch die Homepage hilft nicht viel weiter. Zwar finden sich dort einige Pressemitteilungen, so zur AfD im Kreis und der Videoüberwachung am Bad Nauheimer Marktplatz, die jüngste datiert allerdings vom Mai 2016. Unter den Terminen stehen für die nächsten Monate keine Einträge.

Aber es gibt sie, die Jusos in der Wetterau. Das zeigte sich am Donnerstagabend in Bad Vilbel. Pawlik und Hassebrock sind angereist. In der Quellenstadt soll eine Juso-AG gegründet werden. Initiiert haben das Treffen im AWO-Café der Vorsitzende der SPD Bad Vilbel, Rainer Fich, und der 17 Jahre alte Janis Ahäuser. Sechs junge Menschen aus Bad Vilbel sind gekommen, zu ihnen gesellen sich einige Jusos aus anderen Gemeinden der Wetterau. Auf ihre Motive angesprochen, äußern die meisten, es sei jetzt wichtig, sich gegen Rechts zu engagieren. Vom Aufstieg der AfD ist die Rede. Ein Juso kritisiert die steigenden Mieten. Für Initiator Ahäuser ist soziale Gerechtigkeit ein wichtiges Thema, das durch Martin Schulz nun wieder in den Mittelpunkt der SPD-Politik gerückt sei. „Wenn wir die Verhältnisse nicht so akzeptieren wollen, müssen wir in die Politik gehen“, sagt Bundestagskandidatin Pawlik. Hassebrock meint: „Politik ist dominiert von alten Menschen.“ Über sein eigenes Stadtparlament sagt er halbernst: „Der Durchschnitt dürfte so bei 70 liegen.“

Für Fich und Ahäuser ist das kein guter Zustand. Sie wollen den Jusos im Süden der Wetterau neuen Auftrieb geben – und eine Alternative zur JU Bad Vilbel bieten, die sehr umtriebig ist. Aus deren Reihen ist Bad Vilbels Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) hervorgegangen.

Vor dreieinhalb Jahre hatten bereits einige junge Leute aus Bad Vilbel und Karben eine Juso-AG Wetterau-Süd aus der Taufe gehoben. Die verlief jedoch wieder im Sande. Seit zwei Jahren gebe es keine Aktivitäten mehr, sagt der SPD-Vorsitzende Fich. Diesmal soll die AG von Dauer sein. Ende März wird es ein zweites Treffen geben, bei dem die AG dann formal gegründet werden soll und man über erste Themen sprechen wird.

Warum die JU größeren Zulauf hat, darüber gibt es bei den Anwesenden verschiedene Ansichten. Häufig ist zu hören, die JU Wetterau gewinne viele Mitglieder über Kneipen- und Barbesuche. Das Inhaltliche sei nicht so wichtig. Ein älterer Genosse meint, das Netzwerken für den (späteren) Beruf spiele bei der JU eine große Rolle.

JU-Chef Appel glaubt, die Jusos konzentrierten sich zu sehr auf ein Thema: die Gefahr von rechts. Natürlich müsse man den „menschenverachtenden Streifzügen von AfD und NPD“ entgegentreten – dabei andere Politikfelder aber nicht vernachlässigen.

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