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Juraprofessor als Staatssekretär im Gespräch

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Ralph Alexander Lorz (links) bei einem Termin mit Saalburgdirektor Egon Schallmayer. (Archivbild)
Ralph Alexander Lorz (links) bei einem Termin mit Saalburgdirektor Egon Schallmayer. (Archivbild) © Renate Hoyer

Ralph Alexander Lorz, Juraprofessor und Christdemokrat, soll als neuer Bildungs-Staatssekretär der künftigen Kultusministerin Nicola Beer (FDP) zur Seite stehen. Die Opposition reagiert auf diese Information mit Spott.

Neuer Staatssekretär im hessischen Kultusministerium soll offenbar der Juraprofessor und CDU-Mann Ralph Alexander Lorz werden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete am Freitag, er werde mit der neuen Ressortchefin Nicola Beer (FDP) ins Amt kommen. Die FDP wollte das am Freitag weder bestätigen noch dementieren. In den Landkreisen wird aber von der Berufung Lorz' ausgegangen. Die Opposition reagierte mit Spott: Der FDP-Ministerin Beer werde offenbar ein CDU-Mann als „Aufpasser“ an die Seite gestellt.

Lorz war bereits von 2007 bis 2009 Staatssekretär im hessischen Wissenschaftsministerium unter dem damaligen Minister Udo Corts (CDU). Der 1965 in Nürnberg geborene Lorz wuchs in Wiesbaden auf und studierte Jura und Volkswirtschaft in Mainz. In den 1990er Jahren machte Lorz zudem an der renommierten Harvard Law School in den USA einen Magisterabschluss und wurde zugelassener Rechtsanwalt. In der Folge pendelte Lorz immer wieder zwischen der Politik und der Wissenschaft. Derzeit hat er den Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Völkerrecht und Europarecht an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität inne.

Die amtierende Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) hatte vergangene Woche auf Druck der Partei ihren Rücktritt erklärt. Mit ihr will auch Staatssekretär Herbert Hirschler aus dem Amt ausscheiden. Dass mit Lorz ein CDU-Mann auf den FDP-Mann Hirschler folge, sei Wunsch der FDP gewesen, berichtete die FAZ am Freitag.

Opposition kritisiert mangelnde Erfahrung

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph, sprach dagegen von einem Zeichen für „das zerrüttete Verhältnis zwischen FDP und CDU.“ Offenbar traue die CDU Nicola Beer nicht und stelle ihr deshalb „einen Aufpasser an die Seite“. Lorz und Beer fehlten jegliche Erfahrungen im Schulbereich, kritisierte Rudolph weiter. Die neue Ministerin habe sich zudem vor allem mit der Einführung von Studiengebühren in Hessen einen Namen gemacht. Davon, wie man Bildungswege unabhängig vom Geldbeutel öffne, verstehe sie hingegen nichts.

Auch die Grünen zeigten sich „irritiert“. Lorz habe mit dem Bereich Schule bisher noch nichts zu tun gehabt, mit seiner Besetzung mache die FDP die Besetzung von Spitzenpositionen zur Posse, kritisierte Grünen-Bildungsexperte Mathias Wagner. „Die Personalnot bei der FDP muss schon sehr groß sein, wenn sie jetzt auf ein CDU-Mitglied als Staatssekretär zurückgreift“, sagte Wagner. Der Verwaltungsfachmann Hirschler habe offenbar „das unwürdige Spiel der FDP-Spitze nicht mitspielen“ wollen.

Die FDP will die FDP die Besetzung der beiden noch offenen Staatssekretärsposten im Bildungsministerium und für den Bereich Europa - die Nachfolge Beers als Staatssekretärin- bis Mitte Mai vorstellen. (dapd)

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