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Der Jüngste

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Der Student Lukas Schauder vertritt die Main-Taunus-Grünen im Hessen-Parlament. Am heutigen Montag wird er 22 Jahre alt.

Seine politische Karriere hat Lukas Schauer nicht geplant. Ganz im Gegenteil: „Als ich vor einem Jahr gefragt wurde, ob ich für die Grünen kandidiere, hätte ich nie damit gerechnet, dass ich tatsächlich in den Landtag komme“, sagt der junge Kelkheimer. Erst als die Umfragewerte für seine Partei im Spätsommer immer besser wurden, habe er langsam begriffen: Platz 22 auf der Landesliste könnte tatsächlich für ein Mandat ausreichen. Am Ende reichte es sogar dicke. Schauder, der Direktkandidat der Grünen im Wahlkreis Main-Taunus Ost war, ist einer von insgesamt 29 Abgeordneten, die die Grünen in den neuen Hessischen Landtag entsenden. Und er ist der Jüngste: Am heutigen Montag wird er 22 Jahre alt.

Politisch aktiv ist Lukas Schauder, der in Kelkheim aufgewachsen und zur Schule gegangen ist und jetzt in Bad Soden wohnt, schon seit 2011. Damals wurde er Mitglied der Grünen Jugend, zwei Jahre später trat er den Grünen bei, engagierte sich nach seinem Abitur im Kreisvorstand und ist seit 2016 Kreistagsabgeordneter. Als Gründungsmitglied der antifaschistischen Bildungsinitiative Main-Taunus hat Lukas Schauder bereits einige Demos mitorganisiert; in der bundesweiten Initiative „Kleiner5“ ist es sein Ziel, mit Rechtspopulisten in einen „radikal höflichen“ Diskurs zu treten.

Dass mit der AfD künftig eine rechte Partei im Hessischen Landtag sitzt, macht ihm keine Angst. „Unsere Demokratie ist stark genug. Wir können verhindern, dass Schaden angerichtet wird“, ist er überzeugt. Im Innenausschuss will er gegen Faschismus und Rassismus eintreten und die Opferhilfe stärken. Ein großes Maßnahmenpaket sei dazu im Koalitionspakt vereinbart, sagt er.

Keine Angst vor der AfD

Seit drei Jahren studiert Lukas Schauder an der Frankfurter Goethe-Universität Jura. Öffentliches Recht interessiert ihn, Strafrecht ebenso. Aktuell setzt er in seinem Studium einen Schwerpunkt bei Europäisierung und internationalem Recht. „Ich lasse mir da noch alle Wege offen.“

Einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde Schauder 2015. Damals arbeitete er im Wahlkampfteam des heutigen Kelkheimer Bürgermeisters Albrecht Kündiger (UKW) mit, drehte mit dem Grünen-Politiker Videos und postete sie in den sozialen Netzwerken. Unerwartet deutlich gewann Kündiger danach die Stichwahl in der traditionell konservativen Taunus-Kleinstadt; Zeitungen, TV- und Radiosender standen Schlange, um auch seinen jungen Wahlkampfhelfer zu interviewen. „Das hat mich sehr überrascht“, sagt Lukas Schauer.

Für seine Arbeit als Landtagsabgeordneter fühlt sich der 22-Jährige gut vorbereitet. Als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der grünen Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche habe er in den letzten Jahren gelernt, wie Parteiarbeit funktioniere. „Das erleichtert den Einstieg.“ Sein Jurastudium, sagt Lukas Schauder, werde er in den nächsten Jahren in Teilzeit betreiben. Aufgeben will er es auf keinen Fall. Einen konkreten Karriereplan hat er weiterhin nicht: „Ich werde mit Sicherheit immer ein politischer Mensch sein. Ob ich Berufspolitiker werden will, weiß ich noch nicht.“

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