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Auch in Bad Homburg hat das Osterfeuer Tradition.

Oster-Tipps

Vom Kreuzweg ins Konzert

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Ostern bietet mehr als Ostereier, Osterhasen und Süßkram. Wir haben ein paar Vorschläge zusammengestellt, was sich in der Region am Festwochenende alles unternehmen lässt.

Es zieht gen Osten ab, das Orkantief, das womöglich nicht zufällig fast genauso heißt wie der bärtige Mann, der mit Gaben und Rute im Gepäck Anfang Dezember durchs trübe Wetter stapft. Jetzt aber ist Anfang April, statt auf den Nikolaus wartet alles auf den Osterhasen und es bleibt zu hoffen, dass die Ostereier weder im Schnee versinken, noch vom Sturm weggepustet werden. Gut, dass sich jenseits von Eier und Süßkram suchen, kullern und futtern noch mehr anstellen lässt an diesem Wochenende. Hier einige Vorschläge:

Kreuzweg gucken

Passionsspiele gibt es nicht nur im oberbayerischen Oberammergau, sondern auch in Mittelhessen. In Eppertshausen im Landkreis Darmstadt-Dieburg zum Beispiel. Zum vierten Mal seit 2006 wird dort in diesem Jahr am Karfreitag, 3. April, der Leidensweg Jesu dargestellt. 150 Mitwirkende haben seit Februar für die Aufführung geprobt, die um 12 Uhr auf dem Franz-Gruber-Platz in Eppertshausen beginnt und dann etwa zweieinhalb Stunden lang den Ortskern in eine Bühne verwandelt.

Gleichsam beschäftigt man sich in Frankfurt an Karfreitag mit dem letzten Gang des Heilands, so etwa die Italienische Katholische Gemeinde Nied mit ihrem traditionellen Passionsspiel. 80 Laiendarsteller spielen ab 16 Uhr im Brüningpark in Höchst die Episoden vom Letzten Abendmahl über das Todesurteil durch Pontius Pilatus bis hin zur Kreuzigung nach. Es gibt eine zusammenfassende deutsche Übersetzung des italienischen Textes.

Auch die Evangelische Studierenden Gemeinde (ESG) und die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) an der Goethe-Universität wollen an das Leiden Christi und der Menschen gedenken. Unter dem Motto „Ecce Homo – eine/r unter 7 Milliarden“ laden sie ein zu einem Kreuzweg mit sechs Stationen auf dem Campus Westend und im Grüneburgpark. Treffpunkt ist um 15 Uhr im Saal der ESG, Siolistraße 7, Campus Westend.

Musik hören

Auch akustisch geht es österlich zu in den Kirchen und Gemeinden im Rhein-Main-Gebiet. In Frankfurt unter anderem in der St. Katharinenkirche an der Hauptwache, wo am Karfreitag, 18 Uhr, die Musikalische Vesper startet, mit Psalmen und Stellen aus dem Alten Testament sowie dem Passionsbericht aus dem Johannes-Evangelium. Dazu erklingen Orgelwerke und Choräle von Johann Sebastian Bach, am Schluss das Präludium und die Fuge in h-moll BWV544. Der Eintritt ist frei.

Ebenfalls am 3. April gestalten die etwa 50-köpfige Lutherkantorei, die Kammerphilharmonie Rhein-Main und diverse Solisten in der Evangelischen Lutherkirche, Martin-Luther-Platz 1, im Frankfurter Nordend, die Markuspassion von Gottfried August Homilius. Das Konzert beginnt um 19 Uhr und kostet 15 Euro, ermäßigt 12 Euro.

Das traditionelle Karfreitagskonzert des Konzertchors Darmstadt im Darmstadtium, Schlossgraben 1, soll derweil nicht nur an Ostern, sondern auch an die Befreiung der Stadt durch die Amerikaner im März 1945 erinnern. Im Mittelpunkt steht „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Der Konzertchor wird begleitet vom Beethoven Akademie Orchester Krakau, Beginn ist um 17 Uhr. Tickets kosten im Vorverkauf unter Tel. 06151/2 04 00 zwischen 19 und 43 Euro, an der Abendkasse 23 bis 49 Euro.

Feuer machen

Falls uns die Nachwirkungen von Sturmtief Niklas doch zu Ostern noch piesacken, hilft vielleicht einheizen: mit einem Osterfeuer, wie es in Frankfurt auf dem Riedberg auf der Brachfläche in der südlichen Konrad-Zuse-Straße entfacht wird, und zwar Samstag, 4. April, um 19 Uhr. Dazu bieten die Freiwilligen Feuerwehren Kalbach und Bonames sowie die IG Rieberg Speisen und Getränke an, Kinder können Stockbrot backen.

Im Bad Homburger Stadtteil Dornholzhausen wird es am Karsamstag ebenfalls meterhoch fackeln, wenn die ansässige Feuerwehr gegen 18 Uhr nahe der Fußgängerbrücke/Eichstahl das Dornholzhäuser Osterfeuer ansteckt. Noch heißer kann es Besuchern werden, die die „Dornholzhäuser Feuerworscht“ mit Feuersoße kosten.

Spektakel bestaunen

„Ritter, Tross und Reiter“: So ist das historische Osterspektakel vom 4. bis 6. April in der Reduit in Mainz-Kastel überschrieben. Neben der Arbeit und Vorführungen von Handwerkern, Künstlern, Musikern und Gauklern sind ein mittelalterlicher Bauernhof, Schwertkämpfe und ein orientalisches und ein keltisches Lager zu bestaunen. Geöffnet ist der Markt am Samstag von 11 bis 21 Uhr, am Ostersonntag von 10 bis 21 Uhr und am Ostermontag von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Kinofilm schauen

Bis zum 31. März konnte zwischen vier Filmen für die Vorführung im Kino des Deutschen Filmmuseums in Frankfurt, Schaumainkai 41, am Ostermontag abgestimmt werden. „Donnie Darko“, die Geschichte über einen Typen, der sich von seinem imaginären, im Hasenkostüm daherhoppelnden Freund Frank zu Verbrechen anstiften und vom bevorstehenden Weltuntergang überzeugen lässt, machte das Rennen. Er wird nebst Überraschungs-Vorfilm am Ostermontag ab 18 Uhr gezeigt. Zur Wahl standen außerdem „Alice im Wunderland“, „Jesus Christ Superstar“ und „Osterspaziergang“. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro – Osterleckerei inklusive.

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