+
Mit Fahnen, Trommeln und Trillerpfeifen machten die Studierenden auch auf dem Karolinenplatz auf ihre Forderungen aufmerksam.

TU Darmstadt

Lautstarker Protestzug durch die Innenstadt

  • schließen

Rund 600 Studierende demonstrieren in Darmstadt für eine bessere Ausstattung des Fachbereichs Architektur der Technischen Universität und eine gerechtere Verteilung der Mittel.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Immer und immer wieder skandierten rund 600 Studierende vor allem der Technischen Universität (TU) Darmstadt diese Parole, als sie am Freitagmittag in einem Protestmarsch vom Campus Lichtwiese der TU über den Cityring zum Sitz der Universitätsverwaltung am Karolinenplatz in der Darmstädter Innenstadt zogen.

An der Demonstration, die von einer Studierendeninitiative vom Fachbereich Architektur initiiert worden war, beteiligten sich auch einige wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität. Auch Studierende des Fachbereichs Architektur der Hochschule Darmstadt solidarisierten sich mit den protestierenden Studierenden der TU.

Einige Studierende hatten kleine Häuser aus Pappe angefertigt und nutzten diese als Dekoration ihrer Frisuren. Die Studierenden nutzten zudem Heultöne, Trillerpfeifen und verschiedene Trommeln, um lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Der Verkehr in der Innenstadt, im City-Tunnel und auf dem City-Ring kam wegen der Demonstration zum Erliegen.

Initiativensprecher Jörg Hartmann, Johanna Saary vom Allgemeinen Studierendenausschuss der TU sowie die studentische Senatorin Helena Wolf und ihr Kollege Julian Haas sprachen sich für eine bessere finanzielle Ausstattung aus. Seit Montag hatte die Studierendeninitiative das Gebäude des Fachbereichs Architektur auf dem TU-Campus Lichtwiese besetzt, um gegen die aus ihrer Sicht „katastrophalen Zustände in der Lehre“ zu protestieren. Die ganze Woche fielen daher die geplanten Lehrveranstaltungen aus. Als Grund für die Besetzung nannten die Initiativensprecher Jörg Hartmann und Felix Graf „die sich seit Jahren verschärfende finanzielle Schieflage des Fachbereichs“. Es fehle nicht nur an Professoren und Lehrkräften. Auch das marode Gebäude und die Lernräume fielen auseinander.

Plan zur langfristigen Konsolidierung vereinbart

Zum Protest und den Forderungen der Studierenden des Fachbereichs äußerte die Universitätsleitung, prinzipiell gelte, dass die Grundfinanzierung der hessischen Hochschulen „nicht ausreichend“ sei. Dies kritisiere das Präsidium der TU Darmstadt „seit jeher vehement“. Das Präsidium wisse auch um die finanziellen Schwierigkeiten des Fachbereichs Architektur und führe intensive Gespräche mit dem Dekanat, um „tragfähige Lösungen zu finden“.

Dem Fachbereich seien keine Mittel gestrichen, entzogen oder bei ihm eingespart worden. Aufgrund der finanziellen Situation des Fachbereichs sei bereits vor einiger Zeit mit dem Präsidium ein Plan zur langfristigen Konsolidierung vereinbart worden.

Der dringende Sanierungsbedarf der Architektur-Gebäude sei „unbestritten“, heißt es in der Stellungnahme der Universitätsleitung. Die Planung und Realisierung der Sanierungsarbeiten werde eng mit dem Dezernat Bau der Universitätsverwaltung abgestimmt. Mit dem Fachbereich sei Einigkeit darüber erzielt worden, abschnittsweise, bei laufendem Universitätsbetrieb und ohne die Inanspruchnahme von Ausweichflächen die Gebäude zu sanieren. Derzeit stünden mehr als vier Millionen Euro für Bauarbeiten wie die dringend erforderliche Erneuerung der Sanitäranlagen und der Aufzüge bereit. Zudem, so die Universitätsleitung, seien derzeit 16 der 19 Professuren am Fachbereich besetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare