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Für die Weigerung, eine Arbeit oder Schulung aufzunehmen, wurden 6956 Sanktionen ausgesprochen.

Hessen

Hessen: Jobcenter verhängen mehr Sanktionen

Sozialleistungen werden etwa wegen Fristversäumnis gekürzt. Die meisten Kunden kommen jedoch nicht mit Sanktionen in Berührung.

Die Jobcenter in Hessen haben im vergangenen Jahr mehr Sanktionen gegen Empfänger des Arbeitslosengeldes II verhängt. Die Zahl der Fälle steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3354 auf 55 683, wie die Regionaldirektion der Agentur für Arbeit am Mittwoch berichtete. Betroffen war eine Gruppe von 8684 Männern und Frauen, die meist mehrfach auffielen. Die Agentur bezifferte die Sanktionsquote auf drei Prozent.

Empfänger der Sozialleistung nicht rechtzeitig beim Jobcenter gemeldet

Am häufigsten (71,3 Prozent) wurden Sanktionen ausgesprochen, weil sich die Empfänger der Sozialleistung nicht rechtzeitig beim Jobcenter gemeldet hatten. In diesem Fall wird die Leistung befristet um zehn Prozent abgesenkt. „Die Mehrheit der Jobcenterkunden kommt nicht mit Sanktionen in Berührung. Die Personen, die es betrifft, verpassen häufig ihre Termine oder sind über einen längeren Zeitraum hinweg nicht erreichbar. Eine Sanktion ist immer das letzte Mittel“, erläuterte Direktionschef Frank Martin. Für die Weigerung, eine Arbeit oder Schulung aufzunehmen, wurden 6956 Sanktionen ausgesprochen. Der DGB Hessen-Thüringen kritisierte die steigende Zahl von Sanktionen gegenüber Empfängern von Arbeitslosengeld II in Hessen. „Die Sätze sind eine soziale Sicherung auf der Basis des Existenzminimums! Das zu kürzen, ist ein Angriff auf die Menschenwürde“, erklärte der Vorsitzende Michael Rudolph. (dpa)

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