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Blick in einen OP-Raum (Symbolfoto)

Medizin

Operationen in Hessen: Jeder Elfte muss zweimal unters Messer

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Ein Implantatregister soll die Zahl der Komplikationen bei Knie- und Hüft-OPs senken.

Mehr als 12.000 künstliche Hüftgelenke wurden im Jahr 2017 in hessischen Kliniken implantiert. Plus 11.000 künstliche Kniegelenke. In 2600 Fällen hätten Patienten ein zweites Mal unters Messer gemusst, weil es zu Komplikationen gekommen sei, teilt die Techniker-Krankenkasse (TK) mit. Sie begrüßt das jetzt im Bundeskabinett in Berlin beschlossene verpflichtende Implantatregister. Es könne die Zahl der Zweitoperationen senken, bei denen die künstlichen Gelenke entweder komplett oder teilweise ausgetauscht werden. Die Gründe dafür seien oft auf Mängel bei der Erstoperation oder des Implantats zurückzuführen.

Der Gesetzentwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht vor, dass künftig Hüft-, Knie- und Brustimplantate bundesweit systematisch erfasst werden. Das fordere die TK seit Jahren. „Ein solches Register ist eine wertvolle Maßnahme für mehr Patientensicherheit und für eine Verbesserung der Versorgungsqualität“, sagt Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung Hessen.

Was schon länger existiert, ist ein sogenanntes Endoprothesenregister auf freiwilliger Basis. Doch lediglich 30 hessische Krankenhäuser liefern nach Angaben der TK regelmäßig Daten an diese Registerstelle. Das sei zu wenig angesichts der rund 80 Kliniken, die künstliche Kniegelenke, und 45, die künstliche Hüftgelenke einsetzten, sagt Voß. Lediglich ein Bruchteil nutze die Möglichkeit, die Patientensicherheit zu verbessern. „Es zeigt aber auch, dass eine gesetzliche Verpflichtung für die Kliniken dringend geboten ist.“

Das Implantatregister soll dazu dienen, Fehler beim Einbau der Medizinprodukte und Serienfehler bei den Endoprothesen schneller aufzudecken. Die Kliniken profitierten ebenfalls davon, so die TK-Chefin: „Sie können wertvolle Erkenntnisse über erfolgreiche Operationen und die Qualität von künstlichen Hüft- und Kniegelenken ziehen.“ Das helfe dabei, die Qualität der Behandlung zu steigern.

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