Bildung in Hessen

Jede zehnte Lehrerstelle in Hessen befristet

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Vor allem an Grund- und Förderschulen arbeiten viele Lehrkräfte auf Zeit. Sie werden nicht fest eingestellt, weil sie nicht dafür ausgebildet sind. 

In Hessen arbeiten knapp 5800 Lehrerinnen und Lehrer auf befristeten Stellen. Allein mehr als 1800 sind es an den Grundschulen. Damit ist rund jede zehnte der insgesamt 54 700 Lehrerstellen befristet.

Das geht aus der Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Degen hervor. An Gesamtschulen arbeiten demnach weitere 1300 Lehrerinnen und Lehrer ohne Festanstellung. An den beruflichen Schulen sind es knapp 1000, an Förderschulen 700 und an Gymnasien 500. Noch einmal gut 400 sind es an verbundenen Grund-, Haupt- und Realschulen.

„Ein wichtiger Grund für die Befristung ist, dass viele dieser Lehrkräfte nicht über das Zweite Staatsexamen oder über die entsprechende Lehrbefähigung verfügen“, erklärt dazu ein Sprecher des Kultusministeriums auf Anfrage. Es fehlt ihnen also die formale Qualifikation für die Arbeit etwa an Grundschulen oder Förderschulen. Gerade dort hat das Land seit geraumer Zeit Mühe, alle Lehrerstellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Befristete Einstellungen können etwas Abhilfe schaffen.

Rund zwei Drittel der knapp 5800 Lehrkräfte auf Zeit haben laut Kultusministerium kein entsprechendes Zweites Staatsexamen.

Als weiteren Grund für die befristeten Einstellungen nennt der Ministeriumssprecher Schwangerschaften, Krankheiten oder die Inanspruchnahme von Elternzeit bei fest angestellten Lehrkräften. „Dort können wir nur befristet einstellen, weil die Inhaber und Inhaberinnen der jeweiligen Stellen ja einen Anspruch haben, nach ihrer Rückkehr dort wieder zu arbeiten“, so der Sprecher.

Bei der vom Ministerium genannten Zahl befristeter Anstellungen wurden nicht die sozialpädagogischen Fachkräfte mitgezählt, die in zunehmender Zahl an Schulen arbeiten.

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