+
Fast 75 Prozent der Schwangeren nahm die Hilfe einer Hebamme in Anspruch.

Gesundheit

Jede Dritte in Hessen findet nicht sofort eine Hebamme

  • schließen

Kreißsäle schließen, Geburten steigen. Jetzt gibt es ein Gutachten und Sozialminister Klose sieht „Handlungsbedarf“.

Innerhalb von zehn Jahren haben ein Viertel der geburtshilflichen Abteilungen in Hessen dichtgemacht. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Geburten um 18 Prozent auf gut 61 000 im Jahr 2018. Jede dritte Schwangere hatte im vergangenen Jahr Schwierigkeiten bei der Suche nach einer Hebamme. Fast 75 Prozent von ihnen nahmen deren Dienste in Anspruch, die Zufriedenheit mit der Betreuung während der Geburt liegt bei 71 Prozent.

Die Zahlen stammen aus dem vom Sozialministerium beauftragten Gutachten zur Hebammenversorgung in Hessen. Erstellt haben es das Deutsche Krankenhausinstitut und die Hochschule für Gesundheit Bochum. Die Ergebnisse beruhen auf Analysen und Befragungen. Die belastbaren Daten zeigten, dass die Versorgung nicht immer den Anforderungen gerecht werde, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Dienstag in Wiesbaden. „Hier sehen wir Handlungsbedarf und werden uns dem annehmen.“

Das Problem ist seit Jahren bekannt. Immer wieder beklagen Betroffene, dass das Angebot nicht die Nachfrage decken kann. Das Ministerium initiierte im Mai einen „Runden Tisch Zukunftsprogramm Geburts- und Hebammenhilfe in Hessen“, der jetzt bei seinem zweiten Treffen erste Ergebnisse des Gutachtens diskutierte. Teilnehmer sind Vertreterinnen und Vertreter von Hebammen, Geburtskliniken und -häusern, Eltern, Hebammenschulen, Geburtshelfern, Frauen-, Kinder- und Jugendärzten, Krankenkassen und Kommunalen Spitzenverbänden.

Wie das Ministerium mitteilte, sollen die Befragungsergebnisse darüber Aufschluss geben, welche Schritte bereits zur Verbesserung der Versorgungs- und Vergütungssituation beigetragen haben. Zum anderen entwickele nun ein Fachbeirat anhand der Erkenntnisse Empfehlungen für eine verbesserte Hebammenversorgung und Sicherung der geburtshilflichen Versorgung. Die sollen im kommenden Jahr dem Runden Tisch zur Diskussion und Abstimmung vorliegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare