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Auch die Nieder-Ramstädter Straße in Darmstadt muss dringend saniert werden.

Darmstadt

Jede dritte Hauptstraße ist marode

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Die Darmstädter Opposition kritisiert den Zustand der Straßen, die Koalition weist auf Verbesserungen hin.

Schlaglöcher, Risse und geflickte Schadstellen auf den Fahrbahnen: Viele Straßen in Darmstadt sind ramponiert und müssen dringend saniert werden. Das ist das Ergebnis eines Berichts über den das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung kontrovers diskutiert hat. Während Vertreter der grün-schwarzen Koalition betonten, der bauliche Zustand habe sich im Vergleich zu früher verbessert, kritisierten Sprecher der Opposition den derzeitigen Zustand. 

Der CDU-Stadtverordnete Ctirad Kotoucek sprach von einem „Sanierungsstau“, den es schon seit mehreren Jahren gebe. Die grün-schwarze Koalition habe allerdings seit 2011 schon 53 Millionen Euro für die Sanierung des Straßennetzes zur Verfügung gestellt und die Finanzmittel mit einem Sonderbauprogramm aufgestockt. 

Stefan Opitz (Grüne) kritisierte, während der Amtszeiten der sozialdemokratischen Verkehrsdezernenten habe man Straßen „absichtlich verkommen lassen“. So gelte die Nieder-Ramstädter Straße, die am Stadion am Böllenfalltor vorbeiführt, schon seit 2008 als dringend sanierungsbedürftig. Auch andere Hauptstraßen, wie etwa die Frankfurter Straße, müssten instandgesetzt werden, sagte Opitz. 

Er wies darauf hin, dass die von der Stadt vorangetriebenen Brückensanierungen – wie derzeit zwischen dem Haardtring und der Straße Am Kavalleriesand – so viel Geld kosteten, wie alle Straßensanierungen seit 2011 zusammen.

„In der Stadt wird sehr wohl wahrgenommen, dass sich bei der Sanierung des Straßennetzes und der Brücken etwas tut“, sagte er.
Der SPD-Stadtverordnete Tim Huß nannte den von Verkehrsdezernentin Barbara Boczek (Grüne) vorgestellten Straßenzustandsbericht dagegen „Fluch für alle Menschen mit beräderten Fahrzeugen“.

Huß monierte, die grün-schwarze Koalition habe in den vergangenen Jahren „die falschen Prioritäten gesetzt“. So sei „zu viel für Ortsverschönerungen“ ausgegeben worden. Huß bemängelte, dass jede dritte Hauptstraße in der Stadt instandgesetzt werden müsse. 

Erich Bauer, der Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung (Uwiga) kritisierte zudem, dass Bürger Mängel und Beschädigungen an den Darmstädter Straßen und Gehwegen nicht über den kürzlich vorgestellten „Mängelmelder“ online der Stadt melden könnten. 

Die Stadtverordnetenversammlung nahm den Straßenzustandsbericht zur Kenntnis. Eine Abstimmung gab es nicht. Laut der Untersuchung sind von den mehr als 500 Kilometern

Gesamtstraßennetz fast ein Viertel stark geschädigt (Klasse 5), knapp 16 Prozent haben größere Schäden (Klasse 4) und bei 16,9 Prozent der Straßen sind Schäden erkennbar (Klasse 3).
Bei den Hauptstraßen fällt die Bilanz schlechter aus: Mehr als ein Drittel von ihnen stehen in der höchsten Schadenskategorie. Hier sind laut Stadt „Maßnahmen zur Instandsetzung oder Erhaltung spätestens in ein bis zwei Jahren notwendig“. Zudem müssen sofortige Verkehrsbeschränkungen geprüft werden.

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