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Der Klimawandel bringt im Sommer auch die Flugpläne durcheinander.

Flughafen

Jahresrekord bei den Nachtlandungen in Frankfurt

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Im Juli waren im Schnitt pro Tag sechs Flugzeuge nach 23 Uhr in Frankfurt unterwegs. Ein Grund dafür ist der Klimawandel.

Im Vergleich zum Vorjahr sind in diesem Juli weniger Flüge nach Beginn des Nachtflugverbots unterwegs gewesen. Doch von einer Entspannung kann keinesfalls die Rede sein: 121 Landungen gab es nach 23 Uhr, 60 Starts, teilt das hessische Verkehrsministerium auf FR-Anfrage mit. Auf den gesamten Monat berechnet wurde demnach pro Tag im Schnitt sechs Mal das Nachtflugverbot gerissen. Im Klartext: Tatsächlich zur Ruhe kam die Bevölkerung in der Regel erst gegen Mitternacht. Auffällig: Im Juni mit 213 Nachtflügen hielt sich das Verhältnis die Waage. Im Juli war die Zahl der Landungen doppelt so hoch, wie die der Starts nach 23 Uhr.

Das Verkehrsministerium hat die Statistik ins Verhältnis zum Vorjahres gesetzt, als im Sommer ein Rekord den nächsten jagte. 295 Nachtflüge im Mai, 341 im Juni. Als im Juli die Zahl auf 161 sank, wurde das schon als große Verbesserung gefeiert. Auch in diesem Jahr war der Juni mit 213 Nachtflügen der bisherigen Höhepunkt des Jahres.

Aus dem Verkehrsministerium kommt Eigenlob

„Die Situation ist – im Vergleich zum Vorjahr – besser geworden, sagt Marco Kreuter, Sprecher von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Und geizt nicht mit Eigenlob: Dies sei wohl auch Ergebnis des „hohen Kontrolldrucks, der von der hessischen Luftaufsicht und der Stabsstelle Fluglärmschutz aufgebaut wurde“. Der habe dazu geführt, dass mehrere Airlines ihre Flugpläne angepasst und Flüge nach vorne verlegt hätten.

„Zufrieden sind wir aber noch nicht“, sagt Kreuter. Die Rahmenbedingungen seien nach wie vor schwierig, die Probleme im europäischen Luftraum nicht gelöst. „Daran müssen alle Beteiligten weiter arbeiten.“

Genereller Anstieg der Nachtflüge im Sommer

Bei den verspäteten Landungen läge der Flughafen aktuell deutlich unterhalb des Vorjahres-Niveaus. „Wir bewegen uns also in die richtige Richtung.“ Auch bei den Starts sehe die Bilanz besser aus: „Es gab vor allem im April mehr, dafür im Mai, Juni und Juli (deutlich) weniger verspätete Starts als im Vorjahr.“

Dass in den Sommermonaten generell ein Anstieg der Nachtflüge zu verzeichnen ist, hat nach Angaben des Sprecher zwei Gründe. Die Reiseaktivitäten sind größer als im Winter. „Das ist auch auf den Urlaubs- und Ferienflugverkehr zurückzuführen. Hinzu käme die Witterung: „Wir konnten in den letzten Jahren sehen, dass sich die wetterbedingten Verspätungsstarts immer weiter vom Winter in die Sommermonate verschieben.“ Für das Ministerium ein weiterer Beweis dafür, dass der Klimawandel im Gang ist. „Bei solchen Wetterverhältnissen hat die Optimierung der Abläufe am Flughafen ihre Grenzen“, sagt Kreuter. Im Winter hingegen habe sich die Situation „deutlich verbessert“.

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