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Christopher Jahns, der ehemalige Präsident der Privathochschule EBS. (Archivbild)

Christopher Jahns

Hessen: Ex-EBS-Präsident ist wieder verhandlungsfähig

Der Prozess gegen den Ex-EBS-Präsidenten Christopher Jahns wegen Untreue könnte wieder aufgenommen werden.

von Pitt von Bebenburg

Der Untreueprozess gegen den früheren Präsidenten der Privathochschule EBS in Oestrich-Winkel und Wiesbaden, Christopher Jahns, könnte neu aufgerollt werden. Jahns ist laut einem Gutachten wieder verhandlungsfähig. Das bestätigte der Vizepräsident des Landgerichts Wiesbaden, Wolfram Simon, der Frankfurter Rundschau.

Der Prozess gegen Jahns hatte 2013 begonnen und war 2014 vorläufig eingestellt worden, nachdem ihm Verhandlungsunfähigkeit attestiert worden war. Die Anklage warf Jahns vor, ohne angemessene Gegenleistung 180 000 Euro von der EBS an die Firma Brainnet geleitet zu haben, an der er beteiligt war. Jahns bestreitet eine Schuld und sprach von einer „Diffamierungskampagne“.

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Für Verwunderung hatte gesorgt, dass Jahns trotz seiner Verhandlungsunfähigkeit an Kongressen teilnahm und die Gründung einer Universität für Digital-Themen vorantrieb, die im April in Potsdam ihren Betrieb aufnehmen soll. Nun kam das Gutachten im Auftrag des Landgerichts zu dem Schluss, Jahns sei „derzeit verhandlungsfähig“, wie Vizepräsident Simon formuliert. Die Staatsanwaltschaft sieht einer neuen Terminierung entgegen.

Die zuständige Wirtschaftsstrafkammer könnte aber auch sondieren, ob die Prozessbeteiligten sich auf eine andere Lösung einigen, etwa eine Einstellung des Verfahrens, möglicherweise unter Auflagen. Der Vorsitz der Kammer hat seit dem damaligen Jahns-Verfahren gewechselt. Als Vorsitzende Richterin amtiert nun Kathleen Mittelsdorf, nachdem der Vorsitzende Richter Jürgen Bonk die Kammer gewechselt hat.

Die Verteidigung von Jahns hat nach Angaben seines Sprechers Dirk Metz angeregt, in einem Gespräch mit Gericht und Staatsanwaltschaft „den Verfahrensstand zu erörtern und darüber zu sprechen, wie das Verfahren erledigt werden kann“. Der Vorwurf, dass für die geleisteten Honorarzahlungen keine Gegenleistungen erbracht worden seien, sei widerlegt. Darüber hinaus habe die EBS erklärt, ihr sei kein Schaden entstanden, und sie habe daher auch kein Interesse an einer Fortsetzung des Verfahrens.

Im Dezember hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft ein weiteres Verfahren gegen Jahns und vier andere Beschuldigte eingestellt. Darin ging es um die Verwendung eines Landeszuschusses durch die EBS.

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