Ein Wolf.
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Die Aufnahme von Wolfsrissen oder Verdachtsfällen werde wohl in Zukunft allein Sache des staatlichen Wolfsmonitorings sein, befürchten die Jäger.

Monitoring

Jagdverband kritisiert neuen Wolfsmanagementplan

Der Landesjagdverband kritisiert, mit der Einrichtung eines Wolfszentrums und dem Aufbau eines landesweiten Netzes an hauptamtlichen Wolfsberatern würden die ehrenamtlichen Helfer aufs Abstellgleis geschoben. 

Der Landesjagdverband hat den neuen Wolfsmanagementplan für Hessen kritisiert. Die darin vorgesehen Regelungen übergingen die Interessen der Betroffenen, erklärte der Verband am Samstag. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte das Konzept am Freitag vorgestellt. Es sieht unter anderem vor, dass Weidetierhalter mit zusätzlichem Geld vom Land beim Schutz ihrer Herden unterstützt werden. Darüber hinaus sollen Entschädigungen bei Wolfsrissen künftig schneller abgewickelt werden.

Sie hatte sich in Wetzlar mit Vertretern von Verbänden der Weidetierhalter, aus dem Naturschutz, der Landwirtschaft und der Jagd getroffen, um über den neuen Plan zu sprechen. Wie genau die Unterstützung beim Herdenschutz aufgestockt werden soll, sei Thema eines weiteren Gesprächs mit Weidetierhaltern im September, hieß es.

Der Landesjagdverband (LJV) kritisierte, mit der Einrichtung eines Wolfszentrums, das beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) angesiedelt werden soll, und dem Aufbau eines landesweiten Netzes an hauptamtlichen Wolfsberatern würden die ehrenamtlichen Helfer aufs Abstellgleis geschoben. Unter diesen Helfern seien auch viele Jäger. Die Aufnahme von Wolfsrissen oder Verdachtsfällen werde wohl in Zukunft allein Sache des staatlichen Wolfsmonitorings sein.

Dies dürfte das „ohnehin niedrige Vertrauen in den Umgang mit dem Wolf in Hessen weiter schwächen“, kritisierte der Verband. Zudem bleibe ungeklärt, wie der beträchtliche finanzielle Aufwand für eine hauptamtliche Wolfsüberwachung finanziert werden solle. „Nun müssen wohl die Steuerzahler für die romantische Vorstellungen des „Wolfslandes Hessen“ aufkommen“, erklärte der LJV. (dpa)

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