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Ironman Frankfurt: Früher ein echtes Ereignis, heute zuschauerlos
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Ironman Frankfurt: Früher ein echtes Ereignis, heute zuschauerlos

Ironman Frankfurt

Gähnende Leere beim Ironman: Wenige Angehörige statt Tausende Zuschauer

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Ironman Frankfurt: 1500 Frauen und Männer freuen sich nach längerer Corona-Pause auf einen echten Wettkampf. Doch der Veranstalter rechnet mit einem Minusgeschäft.

Frankfurt - Es ist die 19. Auflage des Ironman in Frankfurt, und Pascal Morillon war jedes Mal als Organisator dabei. Doch am Sonntag wird auch der Renndirektor von Frankfurts renommierter Sportgroßveranstaltung ein Novum erleben. Erstmals muss Morillon Zuschauer:innen verhindern, statt um sie zu werben. „Das ist für mich eine ganz neue Welt“, gesteht er. Wo sonst Tausende Menschen an der Strecke mitfiebern, anfeuern und den Römerberg in einen Hexenkessel verwandeln, sind jetzt nur ein paar Angehörige der Teilnehmenden erlaubt. „Das ist der Kompromiss, den wir mit dem Gesundheitsamt eingegangen sind“, sagt Morillon, der das Rennen unbedingt austragen wollte, um ein Zeichen zu setzen.

Dafür hat er auch von vorneherein für ein kleineres Starterfeld geplant. Statt 4000 werden diesmal nur 1500 Wagemutige die Königsdisziplin des Ironman in Angriff nehmen. Weniger Startnummern, kaum Zuschauer:innen, zudem seien einige kleinere Sponsor:innen abgesprungen, weil die Veranstaltung ohne den ganz großen Hype für sie nicht attraktiv ist. „Finanziell wird das ein Fiasko sein“, verrät Morillon, der von roten Zahlen ausgeht.

Ironman Frankfurt: Nur 60 aktive Teilnehmer:innen

Das Starter:innenfeld zu verkleinern war indes nicht das ganz große Problem. Das Veranstalterteam hatte für 2021 zwei Optionen angeboten: Verschiebung des bereits gezahlten Starts auf das kommende Jahr oder einen Gutschein für eine Veranstaltung der Rennserie in einer anderen Stadt. Die meisten hätten sich für einen Start 2022 entschieden, sagt Morillon. Denn durch die Verlegung des traditionellen Termins im Juni auf Mitte August kamen einigen die Sommerferien und bereits gebuchte Urlaube in die Quere.

Das zurückhaltende Interesse hat sich auch bei Eintracht Frankfurt bemerkbar gemacht, Deutschlands größtem Triathlonverein. Statt der sonst üblichen 80 bis 100 seien diesmal nur 60 Aktive beim Ironman dabei, verrät Abteilungsleiter Georg Heckens. Das hänge nicht nur mit der Urlaubszeit zusammen. „Der Triathlet ist vorsichtig“, glaubt der Vorstand der 1400 Triathlonaktiven bei Eintracht Frankfurt beobachtet zu haben. Auch im Training sei die Beteiligung verhaltener gewesen als nach dem ersten Lockdown. Einen Mitgliederrückgang habe es indes nicht gegeben. „Wir haben sogar seit dem 1. Juli 30 neue Mitglieder gewonnen“, sagt Heckens. Lediglich einige Jugendliche hätten dem Verein während des monatelangen Lockdowns den Rücken gekehrt, weil ihnen die soziale Komponente mit dem Zusammengehörigkeitsgefühl eines Vereins gefehlt habe.

Für den Ironman: Eintracht Frankfurt bietet virtuelles Training an

Eintracht Frankfurt hatte aber auf die großen Auflagen der Behörden umgehend reagiert und bereits zwei Tage nach dem Lockdown im März 2020 ein erstes Teletraining angeboten. Da von den drei Disziplinen vor allem das Schwimmen betroffen war, kaufte der Verein mehrere Hundert Zugseile, damit die Aktiven zu Hause Technik und Kraulbewegung trainieren konnten. Via Kamera erhielten sie Anweisungen. „Der normale Breitensportler konnte im Winter nicht trainieren gehen, es war eine Katastrophe“, sagt Heckens. Er geht davon aus, dass viele beim Schwimmen langsamer sein werden als sonst. „Das macht aber nichts, die anderen sind ja auch langsamer.“

Ironman Frankfurt: Wegen Corona kaum Zuschauer dieses Jahr

Die Schlusszeiten werden trotz mangelnder Trainingsmöglichkeiten aber nicht verändert, betont Renndirektor Morillon. Die letzte Startgruppe werde um 6.45 Uhr am Langener Waldsee ins Wasser gehen, im Ziel am Römerberg gehen die Lichter um 22 Uhr aus. „Damit hat jeder mehr als 15 Stunden Zeit.“

Ironman im Oktober: Wegen Corona - 100 statt 75 Plätze für Hawaii

Besonders verlockend ist der diesjährige Ironman für diejenigen, die noch auf einen Startplatz für den Ironman auf Hawaii im Oktober hoffen. Denn statt 75 werden diesmal 100 Slots vergeben. „Das hängt indirekt ebenfalls mit Corona zusammen“, sagt Morillon. Da einige Rennen, bei denen die Qualifikation für Hawaii möglich ist, in den Herbst verschoben wurden, können dort keine Startplätze mehr für Oktober vergeben werden. Deadline für eine Qualifikation ist eine Teilnahme an einem Ironman bis Ende August.

Doch für viele Breitensportlerinnen und -sportler, die das Martyrium von 3,8 Kilometern schwimmen, 180 Kilometern auf dem Rad und 42,125 Kilometern laufen auf sich nehmen, sind die Zuschauer die größte Motivation an der Strecke – und die werden fehlen. Pascal Morillon verrät, dass es schon „ein paar kleine Diskussionen“ gab, weil mancher „wenigstens“ zehn Angehörige an der Strecke dabeihaben wollte, was jedoch zu viel sei. Und ganz entgegen seiner sonstigen Gepflogenheiten appelliert der Renndirektor an die Schaulustigen, „sich die Show im Fernsehen anzugucken“. (Oliver Teutsch)

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