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Die Grobplanung sieht auch große Frischluftschneisen in dem riesigen Wohngebiet vor.

Rodgau

Investoren stehen Schlange

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Hessische Landgesellschaft kalkuliert vorläufig mit 550 Euro pro Quadratmeter für Bauland im Wohngebiet Rodgau-West. Ab 2023 beginnt dort die Vermarktung der Grundstücke.

Es gibt erste Eckdaten für das riesige Baugebiet Rodgau-West, in dem rund 4500 Menschen in 2100 Wohneinheiten ein neues Zuhause finden werden. Die Hessische Landgesellschaft (HLG), die im Auftrag der Stadt die Grundstücke westlich der S-Bahn-Trasse zwischen Jügesheim und Hainhausen erwirbt, hat eine vorläufige Kostenkalkulation erstellt. Demnach wird die Entwicklung des 466 000 Quadratmeter großen Areals 72,8 Millionen Euro kosten. Auch die Grundstückspreise sind schon mal vorläufig kalkuliert: 550 Euro pro Quadratmeter erschlossenes Bauland – errechnet anhand der aktuellen Baupreise.

Diese Zahlen seien aber nur ein grober Richtwert, warnt Peter Kämmerling, Fachdienstleiter Stadtplanung. „Das ist noch nicht der endgültige Verkaufspreis.“ Der erste von drei Bauabschnitten werde erst in drei Jahren angegangen, „und wir wissen nicht, wie sich bis dahin der Bodenrichtwert und die Baupreise bei den Erschließungskosten entwickeln“. Die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte ermitteln die Bodenrichtwerte alle zwei Jahre aus den gezahlten Kaufpreisen. Im Juli habe die Stadt neue Kennzahlen erhalten, so Kämmerling; der Bodenrichtwert sei in Rodgau um bis zu 200 Euro pro Quadratmeter gestiegen.

Auch zwei Kitas sind geplant

Trotzdem seien die grob kalkulierten 550 Euro pro Quadratmeter in Rodgau-West noch „verhältnismäßig moderat“. Andere Städte in dieser Größenordnung oder mit dieser Anbindung lägen deutlich darüber, so der Stadtplaner, und nennt Beispiele: Für Dreieich-Sprendlingen weist das Geoportal Hessen 700 bis 900 Euro pro Quadratmeter aus, für Dreieich-Götzenhain zwischen 730 und 1100 Euro. In Oberursel seien sogar bis zu 2500 Euro pro Quadratmeter zu bezahlen.

In zwei Jahren soll der Bebauungsplan für Rodgau-West fertig sein, dann dauert es noch ein Jahr bis zur Erschließung des ersten Bauabschnitts. Die Vermarktung der Grundstücke wird also erst in drei Jahren erfolgen. 30 Prozent bezahlbarer Wohnraum sind vorgesehen. „Wohnungsträger haben ein großes Interesse an der Fläche“, sagt Kämmerling. Die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG, die schon vor vier Jahren im Rathaus vorsprach, sei dabei nur einer von vielen Investoren, die bei der Stadt anriefen. 77 000 der 466 000 Quadratmeter Acker hat die HLG schon angekauft.

So sah der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs für Rodgau-West aus, der 2018 konstruiert wurde.

In den 550 Euro pro Quadratmeter Baugrund sind 234 Euro an Erschließungskosten für Entwässerung und Wasserversorgung, Straßenbau, Beleuchtung, Grünanlagen, Lärmschutz sowie zwei sechsgruppige Kitas enthalten. Der Betrag ist relativ hoch, weil auch die Rodgau-Ringstraße und die S-Bahn-Strecke unterführt werden müssen.

Die Projektkalkulation sieht übrigens 5,8 Millionen Euro als Reserve für Unwägbarkeiten vor. Das höre sich nach viel an, sei aber nicht viel, so Kämmerling. In dem Gebiet vermute der Denkmalschutz schließlich eine alte Römerstraße.

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