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Wir lassen uns das Singen nicht verbieten: in Seligenstadt online daheim und natürlich maskiert.
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Wir lassen uns das Singen nicht verbieten: in Seligenstadt online daheim und natürlich maskiert.

Seligenstadt

In Seligenstadt wird online geschunkelt

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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In der Karnevalshochburg Seligenstadt sind die Narren kreativ geworden, um der fünften Jahreszeit trotz Corona frönen zu können. Das Schunkeln findet online statt.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Getreu diesem Motto feiern die Seligenstädter die diesjährige Fastnacht – auch wenn coronabedingt kein Rosenmontagszug und keine Saalfastnacht möglich sind. Die Narren, die in der Karnevalshochburg „Schlumber“ heißen, können sich die „Sellestädter Fassenacht“ per „Schlumber-Schau-TV“ auf Youtube ins Wohnzimmer holen. Mit allem, was dazugehört: Notfallboxen sorgen dafür, dass die Schlumber nicht darben müssen – und in diese Kategorie gehört in der Stadt fast jeder. „Wer normalerweise am Rosenmontag nicht auf der Straße ist, ist kein Seligenstädter“, sagt Monika Weber, Assistentin der Geschäftsführung der Stadtmarketing GmbH.

Als Beweis mag der Screenshot dienen, der am Freitag voriger Woche entstand. Mehr als 600 Menschen hatten sich – meist in Kostümen – vor dem Computer versammelt, um die „Seligenstädter Fastnacht 2.0“ zu erleben. Sie schauten den „Schlumbertalk“. Unter dem Motto „Helau to you“ werden dort an fünf Freitagen um 21.11 Uhr sowie am Rosenmontag eine Stunde lang wichtige Personen der Seligenstädter Fastnacht live und launig interviewt. In der ersten Folge am 15. Januar kamen die Sitzungspräsidenten zu Wort, in der zweiten Folge die „Superheld:innen“ – Menschen, die in der Fastnacht nicht zu sehen sind, aber wichtige Funktionen haben.

Die Kölnerin Jenny Winkler, eine gebürtige Seligenstädterin, und Dominik Stadler, der Vizepräsident des Heimatbunds Seligenstadt, hatten den Schlumbertalk ehrenamtlich kreiert. Der erste Erfolg gibt ihnen recht: „Der am weitesten entfernte Zuschauer kam aus Neuseeland“, berichtet Monika Weber. Wer Lust hatte, konnte am Ende die Seligenstädter Hymne „Selig sei die Stadt genannt“ singen und sein Video hochladen. „Jenny schnitt die Videos zusammen. Das sah dann so aus, als würden alle schunkeln.“

Für die zweite Folge des Schlumbertalks konnten sich die Zuschauer sogar mit entsprechendem Beiwerk versorgen. Seit Donnerstag gibt es nämlich das Angebot „Fastnacht to go“: Einheimische Läden haben die Leiden der Fassenachter erkannt und bieten Notfallverpflegung an wie Fastnachtsbier, Kreppel, Schlumbersekt, Luftschlangen, Knackwürstchen oder Schlumbermasken. Wer telefonisch bestellt, bekommt die Notfallboxen sogar kostenlos per Lastenfahrrad geliefert.

Am Samstag, 6. Februar, zeigt Schlumber-Schau-TV um 19.11 Uhr ein dreistündiges Programm, für das sich die fünf großen Karnevalsvereine zusammengetan haben. „Statt einer Saalfastnacht gibt es eine Fastnacht quer durch die Stadt“, sagt Richard Biegel, der Vorsitzende des Heimatbunds Seligenstadt, der jährlich den großen Rosenmontagszug veranstaltet. Björn Schubarth, Veranstaltungstechniker aus Mainhausen, dreht dafür seit Anfang Dezember an verschiedenen Orten mit der Kamera. „Zwei Werbetrailer stehen dazu schon im Netz“, sagt Biegel.

Er bittet darum, dass die Bürger:innen für sieben Euro den „Corona-Pin“ kaufen, mit dem unter anderem die Kosten für die Filmproduktion hereingeholt werden sollen. Der Pin kann auf der Homepage des Heimatbunds oder bei der Touristinfo bestellt werden und liegt auch in einigen Geschäften aus.

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