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Thomas Trepels (rechts) impft im Drive-in samstags selbst.
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Thomas Trepels (rechts) impft im Drive-in samstags selbst.

Neu-Isenburg

In Neu-Isenburg gibt es die Corona-Impfung im Auto

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Der Ärzteverein Neu-Isenburg hat das erste Drive-in-Impfzentrum Hessens eröffnet, aber sein erklärtes Ziel „null Covid“ noch nicht erreicht.

Vor rund sechs Wochen ist Thomas Trepels, der Vorsitzende des Ärztevereins Neu-Isenburg, eine Wette auf „null Covid“ eingegangen. Seine Heimatstadt sollte als erste Stadt in Deutschland Corona besiegen. Seitdem hat er in Neu-Isenburg viel bewegt, hat ein Testzentrum nach dem anderen sowie am vorigen Samstag sogar das erste Drive-in-Impfzentrum in Hessen eröffnet. Coronafrei ist die 40 000-Einwohner-Stadt aber noch nicht.

Am Donnerstag und Freitag gab es in Neu-Isenburg jeweils 78 Personen, die innerhalb der letzten 14 Tage positiv auf das Virus getestet wurden. Zum Vergleich: Am 9. April, als die extra angelegte Website des Ärztevereins isenburg-wird-coronafrei.de online ging, veröffentlichte das Gesundheitsamt des Kreises Offenbach für Neu-Isenburg 129 Infizierte binnen 14 Tagen. „Ich glaube schon, dass wir mit unserer Aktion die Menschen für das Thema Testen sensibilisiert haben“, sagt Trepels. „In der Hochphase waren wir bei drei Prozent Testpositiven, aktuell liegen wir zwischen 0,5 und einem Prozent.“

Drive-In-Impfen am Waldfriedhof Neu-Isenburg

„Wir testen, testen, testen. Mehrere Hundert pro Tag.“ Innerhalb von acht Wochen hat Trepels fünf Corona-Testzentren in der Stadt eröffnet, hat dafür 40 neue Mitarbeiter eingestellt. „Durch das viele Testen werden die Infizierten früher herausgefiltert und gehen früher in Isolation“, erklärt der Vorsitzende des Ärztevereins. Außergewöhnlich ist ein Drive-in- und Walk-in-Testzentrum auf der oberen Ebene im Parkhaus-Süd des Isenburg-Zentrums, das vor zwei Wochen seinen Betrieb aufgenommen hat. Auch auf dem Parkplatz Waldfriedhof schuf er die Möglichkeit, sich im Auto sitzend testen zu lassen.

Null-Covid-Wette

Im Internet kann jeder Bürger auf der Website isenburg-wird-coronafrei.de für eine Spende von mindestens fünf Euro darauf wetten, dass Neu-Isenburg als erste Stadt in Deutschland Corona besiegt.

Seit 9. April, als die Website online ging, haben bisher 129 Menschen gewettet, haben wie gefordert ihren sozialen oder humanitären Wetteinsatz genannt und insgesamt 4588 Euro gespendet. Das Geld geht an die Tafel, die in Neu-Isenburg Speisekammer St. Josef heißt. ann

Seit einer Woche kann man sich dort auf diese Weise auch mit Astrazeneca impfen lassen. „In der einen Autospur wird getestet, in der anderen geimpft.“ Schon vor drei Monaten habe er die Idee für das Drive-in-Impfzentrum gehabt, sagt Trepels. „Mich hat ein Video inspiriert, in dem Arnold Schwarzenegger in einem Pick-up geimpft wird“, sagt er. In den USA sei das schon seit einem halben Jahr möglich. Für Trepels hat es aber bis zur Erlaubnis zum Drive-in-Impfen noch lange gedauert. Frank Dastych, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, habe sich persönlich „sehr ins Zeug gelegt“ und nach der Beantragung den Weg gebahnt, lobt er. So konnten Fristen verkürzt werden und der „Papierwust“ für die Genehmigung fiel für ihn nicht ganz so groß aus.

Drive-In-Impftermine mit Astrazeneca sind gefragt

Am 14. Mai habe Dastych angerufen und sein „Go“ für den Start gegeben. „Ab da haben wir richtig aufs Gas gedrückt“, sagt Trepels. Schon am Samstag darauf wurde das erste Drive-in-Impfzentrum in Hessen auf dem Parkplatz Waldfriedhof eröffnet. 70 Impfdosen Astrazeneca standen zur Verfügung, „die Termine waren innerhalb einer halben Stunde weg“. Ein Sportler sei sogar mit dem Rad aus Mainz gekommen, um sich in den Oberarm piksen zu lassen – „in sein Ironman-Tattoo“. Für den heutigen Samstag stehen nun 50 Impfdosen zur Verfügung, die Termine waren ähnlich schnell vergeben.

Der 46-Jährige verimpft ausschließlich Astrazeneca, hat sich vor drei Wochen auch selbst im Impfzentrum damit spritzen lassen. Biontech-Impfstoff stehe aktuell kaum zur Verfügung. „Seit zwei Wochen habe ich für meine eigene Praxis kein Biontech mehr bekommen“, sagt er. In der kommenden Woche erhalte er wohl „sechs Spritzchen“ für die Erstimpfung.

Einige Patienten, die vor Wochen mit dem Stoff des Mainzer Unternehmens geimpft wurden, seien frustriert und sogar erbost, berichtet der Arzt, weil er sie mit der Zweitimpfung immer wieder vertröstet habe. Jetzt gebe es aber von seiner Hausapotheke die Zusage, dass genug Impfstoff für die Zweitimpfungen vorhanden sei.

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