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Der Erste: Werner Schlereth (Mitte mit brauner Jacke) wird von den Mitgliedern des Offenbacher Magistrats zur Impfung beglückwünscht. Foto: Renate Hoyer
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Der Erste: Werner Schlereth (Mitte mit brauner Jacke) wird von den Mitgliedern des Offenbacher Magistrats zur Impfung beglückwünscht.

Offenbach

Impfzentrum Offenbach: Nur 52 Impfungen am Tag

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Das Impfzentrum in Offenbach startet bei seiner Eröffnung am Dienstag aufgrund des Vakzinmangels nur im Minimalbetrieb.

Um 8.51 Uhr war es endlich so weit. Das große Gitter vor der Offenbacher Stadthalle, die zum Impfzentrum umfunktioniert worden ist, konnte zur Seite geschoben werden. Zuvor hatte es einige Unmutsbekundungen über die längere Wartezeit in der Kälte gegeben. Der Grund für die Verzögerung: ein vereistes Schloss. Es sollte die einzige „Panne“ bei der langersehnten Eröffnung sein. Seit Dienstag sind alle regionalen Impfzentren in Hessen auf. Am 19. Januar hatten die ersten bereits ihre Pforten geöffnet.

Ein paar Minuten mehr oder weniger warten, das war Werner Schlereth egal. Der 82-Jährige war am Dienstagmorgen der Erste, der das Vakzin gegen Covid-19 in Offenbach in den Oberarm gespritzt bekam. „Innerhalb von zwei Minuten war alles erledigt“, erzählte er gut gelaunt. „Ich wollte früh geimpft sein, damit ich wieder reisen kann.“ Schlereth ist Ü-80-Weltmeister im Tennis-Doppel und trainiert drei Mal die Woche. Ab Mai würde der Seniorensportler vom TCHW Obertshausen gerne wieder zu Turnieren in die Türkei, Norditalien und nach Österreich fliegen. Ein älteres Ehepaar berichtete, dass alles reibungslos gelaufen sei. „Wir kriegen ja auch immer die Grippeimpfung.“ Sie freuten sich vor allem darüber, dass sie nicht nach Frankfurt mussten. Rosemarie Walz zeigte sich erleichtert: „Das Risiko, nicht geimpft zu sein, war mir zu groß“, sagte die 88-Jährige.

Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) ließ es sich wie seine Magistratskollegen Peter Freier (CDU), Sabine Groß (Grüne) und Paul-Gerhard Weiß (FDP) nicht nehmen, den ersten Geimpften zu gratulieren. „Für uns ist entscheidend, dass sich die Abläufe einspielen können und dass alles funktioniert, wenn viel Impfstoff da ist“, sagte das Stadtoberhaupt.

Daran mangelt es aber derzeit. Bis Ende Februar sind in Offenbach 364 Injektionen in der Woche geplant, das sind 52 am Tag. Auslegt ist das Impfzentrum für 1000 tägliche Impfungen. „Das ist also ein Bruchteil von dem, was wir können“, sagt Uwe Sauer, der Amtsleiter der Berufsfeuerwehr Offenbach, die als Katastrophenschutzbehörde das Impfzentrum eingerichtet hat. Betriebsbereit ist das Offenbacher Impfzentrum bereits seit dem 11. Dezember. In den kommenden Wochen wird es montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet sein. Bei Vollbetrieb wäre es von 7 bis 22 Uhr offen. Anfang März sollen die wöchentlichen Impfungen in Offenbach – Stand Dienstag – auf 882 steigen, ab dem 23. März auf 1080.

Im Impfzentrum wird das Vakzin von Biontech verimpft. „Wir haben auch eine Lieferung von Moderna bekommen, die geht an die Altenpflegeeinrichtungen“, sagte Gesundheitsdezernentin Sabine Groß. Am Montag sei der Impfstoff von Astrazeneca an Hessen ausgeliefert worden. Da müsse man abwarten, wie viele Impfdosen die Stadt bekomme. Da dieses Vakzin für unter 65-Jährige bestimmt ist, werde es wohl für Klinikmitarbeiter:innen und Pflegepersonal verwendet.

In Offenbach wurden bereits 1367 Personen geimpft. Neben denjenigen, die ins Impfzentrum nach Frankfurt gefahren sind, ist der medizinische Dienstleister Med-11 mit mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen unterwegs. „Da haben wir einen Großteil der Erstimpfungen erledigt“, sagt Nico Kern, der bei der Feuerwehr das Aufgabengebiet Katastrophenschutz leitet.

Für Bernhard Bornhofen ist der Startschuss für das Impfzentrum ein „wichtiges Signal“. Beim Leiter des Offenbacher Gesundheitsamts schwankt die Gefühlslage derzeit zwischen Erleichterung darüber, dass die Sieben-Tages-Inzidenz in der Stadt auf 59,9 zurückgegangen ist. „Gleichzeitig machen wir uns Sorgen wegen der Mutationen, weil wir nicht wissen, welche Auswirkungen das hat.“ Eine mutierte Variante des Coronavirus wurde in Offenbach aber bislang noch nicht nachgewiesen.

Für Offenbacher:innen über 77 stellt die Stadt für alle, die ihn benötigen, einen Fahrdienst zur Verfügung. Die einzige Schwierigkeit besteht derzeit weiterhin darin, bei der Terminvergabe durchzukommen. Von den ersten Geimpften hat es niemand über die Telefonzentrale geschafft. „Ich habe meinen Angehörigen meine Nummer gegeben und gesagt, sie sollen es alle gleichzeitig, wenn es freigeschaltet ist, über das Internet probieren“, erzählt Werner Schlereth. Seine Frau konnte letztlich den Termin für ihn ausmachen.

Alles liegt zur Impfung bereit.

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