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Groß scheint der Andrang nicht zu sein beim Impfzentrum Messe in der Frankfurter Festhalle. Allerdings ist das Areal auch recht weitläufig. Monika Müller
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Groß scheint der Andrang nicht zu sein beim Impfzentrum Messe in der Frankfurter Festhalle. Allerdings ist das Areal auch recht weitläufig. Monika Müller

Corona

Impfzentren: Nachrücker auf der Warteliste

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  • Andrea Rost
    Andrea Rost
  • Steven Micksch
    Steven Micksch
  • Jens Joachim
    Jens Joachim

Immer wieder nehmen angemeldete Impflinge ihre Termine nicht wahr. Zentren müssen sich umorganisieren.

Vermehrt erscheinen Impflinge nicht zum vereinbarten Termin. Über die Gründe lässt sich häufig nur spekulieren. Die Impfzentren reagieren unterschiedlich.

In Frankfurt haben im Impfzentrum in der Festhalle an den vergangenen vier Tagen zwischen 25 und 40 Prozent der gebuchten Impftermine mit dem Wirkstoff von Astrazeneca nicht stattgefunden. Dies teilt das Gesundheitsdezernat auf Nachfrage mit. Nur in den seltensten Fällen sagten die Menschen vorher ab, die meisten kämen einfach nicht. Auffällig ist, dass die Termine mit dem Mittel von Astrazeneca deutlich häufiger nicht wahrgenommen werden als die mit anderen Vakzinen.

Eine Warteliste brauche es in Frankfurt weiterhin nicht, da der Impfstoff nur nach Bedarf zubereitet werde und nur im Ausnahmefall Impfdosen übrig blieben. Allerdings arbeiten das Gesundheitsamt und das Deutsche Rote Kreuz Frankfurt aktuell an einer Restdosen-Warteliste. Dort registrierte Personen würden dann kurzfristig informiert, sobald eine Impfdosis zur Verfügung stehe. So könnten andere profitieren, wenn Menschen ihre Termine nicht wahrnehmen.

In Wiesbaden wird der übrig gebliebene Impfstoff nur an Personen verimpft, die auf einer Notfallliste stehen. Darauf seien ausschließlich Polizisten, Rettungskräfte und medizinisches Fachpersonal aufgeführt, teilt Stadtsprecher Ralf Munser mit. Andere Bürger und Bürgerinnen können sich nicht eintragen lassen. Im Impfzentrum der Landeshauptstadt bleiben 25 Prozent der Menschen, die Astrazeneca erhalten sollten, ihrem Impftermin fern, davon sagen 95 Prozent den Termin nicht ab. Am Montag wurden dort 1070 Männer und Frauen geimpft. Seit Impfbeginn liegt die Zahl bei 63 600 Menschen.

In Offenbach bereitet die Stadt aktuell eine Impfstoffbörse vor. Menschen der ersten und zweiten Priorisierungsgruppe sollen sich dort anmelden können. Laut Stadtsprecher Fabian El Cheikh gab es bisher schon eine Springerliste für „Angehörige der kritischen Infrastruktur“; wenn abends eine Dosis übrig gewesen sei, „konnte sie an diese Personen verimpft werden“.

Bisher sei man verpflichtet gewesen, die frei gewordenen Impftermine neu in das System des Landes einzustellen, sagt El Cheikh. Am Wochenende habe das Land den Kommunen nun die eigene Vergabe genehmigt. „Wir sind so gut wie startklar, müssen aber noch ein paar technische Details klären, bevor es losgehen kann.“

Im Kreis Offenbach nimmt das Team des Impfzentrums in Heusenstamm bei Terminabsagen Kontakt mit Personen auf, die schon einen Impftermin haben, und zieht sie vor. Die daraufhin frei werdenden Slots werden ans Land gemeldet, das die Termine neu vergibt. Die Zahl der Absagen sei bisher „sehr überschaubar“, sagt Kreissprecherin Sandra Klauß. „Es mussten noch keine Impfdosen entsorgt werden.“

Auch in Darmstadt und im Kreis Darmstadt-Dieburg werden nun Nachrückerlisten für über 70-Jährige erstellt, um abgesagte Termine schnell und unkompliziert neu vergeben zu können. Es sei wichtig, pragmatisch vorzugehen, um den Impffortschritt weiter zu beschleunigen, sagte OB Jochen Partsch (Grüne). Keine einzige Impfdosis dürfe verfallen.

Im Kreis Groß-Gerau wurde eine Impfbörse wieder geschlossen, nachdem sich mehr als 2000 Menschen gemeldet hatten.

Der Main-Taunus-Kreis hat Ende März eine Onlineplattform eingerichtet, um übrig gebliebenen Corona-Impfstoff zügig an Ersatzkandidat:innen zu verimpfen. Über das System „Impfbrücke“ wird registrierten Interessierten ein Terminangebot per SMS gemacht. Zielgruppe sind den Angaben zufolge Kandidat:innen der Priorisierungsgruppen eins und zwei. Die Liste für Nachrückerkandidat:innen ist zunächst auf 500 begrenzt. Meldet sich jemand an, wenn die Liste bereits voll ist, erhält er eine entsprechende Nachricht. Der Kreis teilt dann öffentlich mit, wenn wieder Personen auf die Liste kommen können.

Im Wetteraukreis kamen am Sonntag rund 100 Personen nicht zu ihrem Termin ins Impfzentrum. Sie sollten Biontech oder Moderna gespritzt bekommen. Amtsarzt Reinhold Merbs geht davon aus, dass sie bereits in ihren Hausarztpraxen geimpft wurden. In den nächsten Tagen will der Landkreis rund 100 Termine zusätzlich über die Landesliste vergeben lassen. „Sollten doch mehr Personen den Impftermin wahrnehmen, können wir diese aus der Reserve bedienen“, sagt Merbs.

Eine Nachrückerliste sei derzeit nicht sinnvoll. „Wir wollen die Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission und des Ethikrats beibehalten.“ Solange nicht alle besonders vulnerablen Gruppen geimpft seien, hätten Nachrückerlisten wenig Sinn: „Bis darüber ein Impftermin zustande kommt, kann es für die meisten viele Wochen oder gar Monate dauern.“

Im Hochtaunuskreis können sich Impfwillige der Priorisierungsgruppe eins oder zwei per E-Mail an impfzentrum@hochtaunus- kliniken.de auf eine Nachrückerliste setzen lassen. mic, aro, jjo, jur, ann, mre

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