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Immobilienpreise in Offenbach am stärksten gestiegen

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Von: Christoph Manus

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Die Preise für Wohnimmobilien sind in Offenbach auf im Schnitt 2240 Euro pro Quadratmeter gestiegen.
Die Preise für Wohnimmobilien sind in Offenbach auf im Schnitt 2240 Euro pro Quadratmeter gestiegen. © Monika Müller

Wohnimmobilien haben sich in den vergangenen Jahren in Frankfurt und Region kräftig verteuert. In Offenbach sind die Preise vergleichsweise am deutlichsten gestiegen.

Die Preise für eine Wohnimmobilie sind zwischen 2012 und 2016 in Frankfurt und Region in allen Großstädten und Kreisen, die das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) für den neuen Postbank-Wohnatlas betrachtete, deutlich gestiegen. Am stärksten wuchsen sie in Offenbach, wo die Quadratmeterpreise in diesem Zeitraum um 30 Prozent auf im Schnitt 2240 Euro zulegten. Für Frankfurt verzeichnet die Studie ein Preiswachstum von 28,9 Prozent auf 3985 Euro. Sehr starke Erhöhungen beobachteten sie zudem für den Hochtaunuskreis (plus 28,4) und den Main-Taunus-Kreis (plus 26,1).

Sehr deutlich wird allerdings, dass sich die seit Jahren niedrigen Zinsen, der Anlagedruck von Investoren und die riesige Nachfrage nach Wohnungen in Frankfurt längst auch auf die Immobilienmärkte in teils ländlicher geprägten Kreisen rund um die Metropole auswirken. So sind die Kaufpreise nach Zahlen der Studie im Kreis Groß-Gerau um 24,4, im Main-Kinzig-Kreis um 24, im Wetteraukreis um 23 Prozent gewachsen. Nur im Main-Kinzig-Kreis liegen sie im Schnitt noch unter 2000 Euro pro Quadratmeter.

Die Preise steigen stärker als die Einkommen

Die Preise im Rhein-Main-Gebiet steigen nach der vom HWWI erstellten Studie stärker als die Einkommen und als die Mieten an. Das führt dazu, dass es sich rechnerisch immer später lohnt, eine Wohnung zu kaufen statt zu mieten. In Frankfurt entspricht der Preis für eine Wohnung inzwischen 27 Jahreskaltmieten. Rechnet man die durchschnittlichen Einkommen mit ein, müssen Immobilienkäufer nach der Postbank-Studie nur in Berlin, Hamburg und München relativ noch tiefer in die Tasche greifen. Trotz dieses Befunds folgert Boris Staab, Regionaldirektor der Postbank-Finanzberatung: „Frankfurts Einwohner haben im Deutschlandvergleich die zweithöchsten Einkommen, daher ist Wohneigentum hier für viele auch trotz des aktuell hohen Preisniveaus noch erschwinglich und lohnenswert.“

Für die Landeshauptstadt beobachten die Forscher eine ähnliche Entwicklung. Auch dort wachsen die Preise deutlich stärker als die Mieten an. 3093 Euro pro Quadratmeter kostete eine Wohnung in Wiesbaden 2016 im Schnitt. Das entspricht 26 Jahresmieten. Nur noch im Kreis Offenbach und im Kreis Groß-Gerau liegt dieser Faktor unter 20.

Wie andere Marktbeobachter rechnet das HWWI bisher mit keiner Trendwende. Nach dessen Prognose werden die Preise auch künftig fast überall steigen. Für Frankfurt erwartet es trotz des bereits sehr hohen Niveaus für den Zeitraum bis 2030 ein Plus von 0,5 Prozent im Jahr.

Den stärksten Anstieg unter den drei betrachteten Großstädten und sechs Landkreisen erwartet das Institut allerdings mit 0,7 Prozent im Jahr für den Main-Taunus-Kreis. Diesen rechnet es zu den 45 deutschen Kreisen und Städten mit besonders guten Investitionschancen. Die Aussicht auf eine Wertsteigerung sei gut, die Preise mit weniger als 22,5 Jahresmieten für den Wohnungskauf noch moderat, heißt es in der Studie. Für den Hochtaunuskreis prognostizieren die Forscher dagegen nur ein Kaufpreiswachstum von 0,1 Prozent. Für die Stadt Offenbach rechnen sie sogar mit sinkenden Preisen.

Frankfurt zuletzt stark gewachsen

Das HWWI geht dabei allerdings davon aus, dass die Einwohnerzahl in den meisten betrachten Kommunen leicht steigt oder stagniert. Für das zuletzt stark gewachsene Frankfurt rechnet es auf Grundlage einer Prognose des Bundesinstituts für Stadt-, Bau- und Raumforschung für den Zeitraum bis 2030 sogar mit einer im Schnitt um 0,3 Prozent im Jahr sinkenden Bevölkerungszahl, für Offenbach mit einer Stagnation.

Das Institut der deutschen Wirtschaft geht dagegen davon aus, dass Frankfurt bis 2030 auf 850.000 Einwohner wächst. Auch die Stadt Frankfurt prognostiziert einen weiteren Anstieg der Einwohnerzahl.

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