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Mit Kinderfahrzeugen machte die Gruppe „Kitalos“ auf die Probleme in Langen aufmerksam.
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Mit Kinderfahrzeugen machte die Gruppe „Kitalos“ auf die Probleme in Langen aufmerksam.

Langen

Noch immer fehlen 500 Kitaplätze in Langen

  • Annette Schlegl
    VonAnnette Schlegl
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Der Erzieherinnenmangel ist ein großes Problem in Langen. Die Stadt unternimmt große Anstrengungen, aber immer noch fehlt die Betreuung für 500 Kinder.

Neun Monate ist es her, dass die neu gegründete Elterninitiative „Kitalos“ zum lautstarken Protest aufrief, weil in Langen gut 500 Kitaplätze fehlten. Seitdem wurden neue, attraktive Konzepte gefunden, die Kitagebühren erhöht und Jobtickets für die Erzieher:innen beschlossen. Trotzdem haben in Langen nach wie vor mehr als 500 Sprösslinge keine Betreuung. Der Zuzug von jungen Familien und der Erzieherinnenmangel torpedieren die kommunalen Bemühungen. 25 Vollzeitstellen können aktuell nicht besetzt werden.

Die Elterninitiative ist mittlerweile etwas „zahmer“ geworden. „Der Bürgermeister kümmert sich sehr“, lobt Stephanie Pinke, eine der Gründerinnen von „Kitalos“. Mit einer witzigen Aktion hat die Gruppe vor der jüngsten Stadtverordnetensitzung Aufmerksamkeit für ihr Thema und den Erzieherinnenmangel erregt: Sie stellten einen führerlosen Zug aus Kinderfahrzeugen vor dem Sitzungssaal in der Stadthalle auf. „Wir haben so auch die Werbetrommel für die Stadt gerührt“, sagt Pinke. Das mache Kita-Personal vielleicht auf Langen aufmerksam.

Viele neue Kita-Projekte in Langen

Drei außergewöhnliche Kitas gehen im zweiten Halbjahr für Kindergartenkinder in Betrieb: eine Musik-Kita mit 25 Plätzen im Kulturhaus Altes Amtsgericht, eine Sport-Kita im Sportpark Oberlinden mit insgesamt 75 Plätzen sowie eine Natur-Kita mit 20 Plätzen und einem Schutzwagen südlich des neuen Baugebiets Belzborn.

Am 1. Juli kommen außerdem zwölf weitere Plätze in der Kita Waldkitz im ehemaligen Forsthaus dazu, und die Kita Nordlicht erhält einen zusätzlichen Raum für acht Kinder.

Die Stadt will auf eigene Kosten auch das Montessori-Kinderhaus „Nanus“ für eine Ü3-Gruppe mit 25 Kindern und eine U3-Gruppe mit 12 Kindern ausbauen sowie die evangelische Kita Rappelkiste für 25 Kinder – sofern die Stadtverordneten die insgesamt gut zwei Millionen Euro für beide Erweiterungen in ihrer nächsten Sitzung bewilligen. ann

Aus den Reihen der Aktivisten und Aktivistinnen kam jedoch auch Kritik: Die Stadt suche nicht in großen Stellenportalen nach Kita-Personal, sondern nur auf kleineren Plattformen. Die Öffnungszeiten seien in 70 Prozent der städtischen Kitas eingeschränkt. „Kinder müssen um 14 Uhr abgeholt werden“, tönte es aus der Gruppe. Erschwerend komme dazu, dass Erzieher:innen wegen der Coronabestimmungen seit Januar nicht in andere Gruppen springen dürfen.

„Besser bewerben“, forderten die Eltern und brachten Vorschläge vor: Man könne doch große Plakate aufhängen, eine Weiterempfehlungsprämie einführen oder Wohnungen für Kita-Personal bezuschussen. „Hilfe bei der Wohnungssuche gibt es immerhin schon“, sagt Pinke.

Mehr Geld für Suche nach Erzieherinnen

Die Stadt platziert nun auf fünf weiteren großen Portalen im Internet entsprechende Stellenanzeigen und macht dafür jährlich knapp 47 000 Euro locker. Außerdem werden Tagesmütter und -väter besser entlohnt: Sie erhalten einen Euro pro Kind und Stunde mehr. Die Kita-Öffnungszeiten seien bei weitem nicht so eingeschränkt wie von „Kitalos“ behauptet. Krankheit und Mutterschutz würden aktuell dazu führen, dass „vor allem die Randzeit freitags von 15 bis 17 Uhr“ betroffen sei, so Pressesprecher Markus Schaible. Außerdem könnten Kitas nicht „von heute auf morgen“ eröffnet werden.

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