Autos sind dicht an dicht unterwegs.
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Analyse

Immer mehr Autos in Rhein-Main 

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Zahl der Fahrzeuge steigt in den Städten und Kreisen. Wiesbaden ist ganz vorne dabei.  Auf 1000 Einwohner kommen 589 Pkw.

Die Liebe zum eigenen Auto ist im Rhein-Main-Gebiet ungebrochen. In den Städten Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Wiesbaden ist der Pkw-Bestand im vergangenen Jahr gestiegen, im Durchschnitt um knapp vier Prozent. Das geht aus einer Analyse hervor, die der Wirtschaftswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Duisburg, der Frankfurter Rundschau vorgelegt hat.

Am stärksten stieg der Pkw-Bestand demnach in Wiesbaden, plus 12,9 Prozent. Auf 1000 Einwohner kommen nun 589 Pkw. In deutschen Städten hätten nur die Autostädte Wolfsburg und Ingolstadt einen höheren Grad an Motorisierung, so Dudenhöffer: „Wiesbaden scheint so etwas wie das Detroit des Rhein-Main-Raums zu sein.“

In Frankfurt, Darmstadt und Offenbach stieg die Zahl der Fahrzeuge ebenfalls, wenn auch moderater. Bei den Landkreisen in Rhein-Main ist der Main-Taunus-Kreis das Mekka der Autofahrer. 810 Pkw auf 1000 Einwohner gibt es dort.

Auch in Bad Homburg ist die Zahl der Fahrzeuge hoch. Anders im Kreis Groß-Gerau. Mit 580 Pkw pro 1000 Einwohner gebe es eine „vergleichsweise geringe Affinität der Menschen für Autos“, sagt Dudenhöffer. Rüsselsheim könne „kaum noch als Autostadt gelten“. Trotz des Opel-Werks täusche der Titel Autostadt.

In Deutschland gibt es laut Dudenhöffer seit Jahren einen anhaltenden Trend zum Fahrzeugbesitz. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3,6 Millionen neue Pkw auf die Straße gebracht. Nur im Jahr der Abwrackprämie 2009 seien es mit 3,8 Millionen Pkw-Neuwagen etwas mehr gewesen.

Insgesamt gibt es nun rund 47,7 Millionen Pkw in Deutschland. Netto ist der Pkw-Bestand in Deutschland den Angaben zufolge um 620 000 Pkw gestiegen. Rund 83 Prozent der neuen Pkw haben demnach alte ersetzt. 17 Prozent sind zusätzlich auf die Straßen gekommen. „Die oft vorgebrachte Behauptung, das persönliche Auto verliere an Bedeutung, ist damit widerlegt“, sagt er. Das Durchschnittsauto habe eine Länge von 4,41 Metern. Die 620 000 zusätzlichen Neuwagen ergäben aneinandergereiht rund 2700 Kilometern Blech, veranschaulicht der Wissenschaftler.

Laut Dudenhöffer wird der Trend zum persönlich verfügbaren Auto in den nächsten Jahren stabil bleibt. Das Auto habe seit Jahren einen Anteil von rund 85 Prozent an den Personenkilometern. Auch sinke der Takt und damit der Komfort des öffentlichen Nahverkehrs erheblich, wenn man sich weiter aus den Stadtzentren entferne.

Das oft beschworene Carsharing sei lediglich eine Nische. Es gebe 25 400 Carsharing-Fahrzeugen in Deutschland, das entspreche 0,5 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands.

So wird die Liebe zum Auto im Rhein-Main-Gebiet wohl auf Dauer nicht rosten.

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