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Helfer und Feuerwehrleute stemmen sich gegen ein im Main liegendes Restaurant-Schiff und verhindern so, dass der bereits gefährlich schräg liegende Kahn kippt und untergeht.

Einsatz

Imbiss-Schiff nach möglichem Ladefehler beinahe gekentert

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Wie es zu dem Zwischenfall  kam, ist noch  unklar. Eventuell ist die Ursache ein Ladefahler.

Ilyass will eigentlich nur seinen Gemüseteller auf dem Deck des schwimmenden Dönerboots „Meral’s Imbiss“ am Sachsenhäuser Ufer essen. Doch dann gerät das beliebte Schiff unweit des Untermainkais am Mittwochmittag plötzlich in Schieflage. „Das Schiff geht unter!“, ruft eine Frau, die mit ihrer Tochter bei der wenige Meter entfernten Ferienspielaktion „Mainspiele“ ist. Soweit kommt es aber nicht.

„Ich hatte gerade zwei Löffel gegessen und plötzlich merke ich, dass das Schiff in Schieflage ist“, erzählt der 34-jährige Ilyass. Er rennt runter zum Betreiber. Dort in der Küche, die im Schiffsrumpf ist, habe das Wasser hüfthoch gestanden. „Ich habe gleich nach Hilfe gerufen und es kamen viele Leute und haben versucht, das Boot zu stabilisieren, so dass es nicht kentert.“

Und er fügt hinzu: „Das ist Frankfurt. Alle sind gleich da, wenn Hilfe benötigt wird.“ Selbst als die Feuerwehr dazu kommt, stemmen die Gäste knapp eine Stunde lang das Boot. „Das war ein krasses Muskeltraining“, sagt Ilyass später und lacht. Er ist erleichtert, dass niemand verletzt wurde. Kinder hüpfen wenige Meter vom Dönerboot entfernt fröhlich auf Hüpfkissen. Ein Absperrband trennt die Ferienspiel-Aktion von dem Dönerboot und den Einsatzkräften.

Rettungskräfte der Feuerwehr sitzen derweil als Gegengewicht auf dem Boot. Der Schiffsverkehr auf dem Main muss kurzzeitig eingestellt werden. Damit soll verhindert werden, dass durch Wellen weiteres Wasser in das Boot läuft. Das teilt ein Sprecher der Feuerwehr noch vor Ort mit. Die Feuerwehr ist mit 30 Einsatzkräften und fünf Fahrzeugen im Einsatz.

Vier Pumpen pumpen 3500 Liter pro Minute aus dem Rumpf. „Nach Angaben des Betreibers hat er das Schiff falsch beladen, also zu viel Material auf einer Seite des Bootes gelagert. Ob das aber die Ursache für die Schieflage ist, muss die Wasserschutzpolizei noch klären“, sagt der Sprecher der Feuerwehr. Das Schiff habe jedenfalls kein Loch. Gegen 15 Uhr twittert die Feuerwehr: „Das Boot ist nun in einer stabilen Lage und ein Abschleppen in den Osthafen wird vorbereitet.“ Angaben zum entstandenen Schaden kann die Wasserschutzpolizei an diesem Tag noch keine machen. „Die Ermittlungen dauern an. Es ist noch Restwasser im Boot und es ist nicht fahrfähig“, sagt ein Sprecher der Wasserschutzpolizei.

Es ist nicht der erste Schaden am Dönerboot für Inhaber Ramiz Meral. Bereits im Juni 2018 war sein Dönerboot von einer großen Welle eines Frachters am Osthafen getroffen worden. Bordelektronik und Gasanlage wurden zerstört. Wann das Dönerboot wieder da sein wird, ist noch unklar. Ramiz Meral ist an diesem Tag selbst noch viel zu geschockt, um mit der Presse zu sprechen. Die Fans des Dönerboots hoffen auf eine baldige Rückkehr. Ein Twitter-User schreibt: „Dönerboot ist Grundversorgung.“

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