Altenstadt

Altenstadt: Golfclub soll zur Bewässerung illegal Graben angezapft haben

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Weil der Betreiber eines Golfplatzes wasserrechtliche Vorgaben verletzt hat, droht ihm ein Bußgeld. Bürgern war ein trockener Graben oberhalb Stammheims aufgefallen.

Für die Teiche und das Bewässern des Grüns auf dem Golfplatz darf bis auf Weiteres kein Wasser aus einem Drainagegraben entnommen werden. Die Untere Wasserschutzbehörde hat das Verbot erlassen, allerdings nicht wegen der anhaltenden Trockenheit. Bei der Erweiterung des Golfplatzes vor rund einem Jahr ist die Entnahmeanlage erheblich verändert worden, ohne dass die Kreisbehörde darüber informiert worden ist.

„Über 15 Jahre haben wir das Wasser aus dem Überlaufgraben von der rechten Seite entnommen, seit der Erweiterung geschieht dies auf der linken“, sagt Peter Vetter, Geschäftsführer des Golfclubs, auf FR-Anfrage. Es sei schlicht versäumt worden, dies mit der Unteren Wasserbehörde abzustimmen. „Das habe ich auch so in der jetzigen Stellungsnahme zu dem Fall eingeräumt“, sagt Vetter.

Grüne decken illegale Wasserentnahme auf

Die Grünen im benachbarten Friedberger Stadtteil Stammheim haben die illegale Entnahmestelle mit einer Anfrage im Kreistag aufgedeckt. Einem Bürger war der trockene Graben oberhalb Stammheims aufgefallen. Der Kreistag gab die Anfrage an die Fachbehörde weiter, die dann ermittelte, heißt es. Beim Ortstermin Mitte Juni wurde die Entnahmestelle am Golfplatz in Augenschein genommen. Dabei stellten die Fachleute fest, dass mit einem Erdwall im Graben das Wasser vollständig in den Speicherteich des neuen Golfplatzes abgeleitet worden ist, teilt der Kreis mit. Diese Art der Entnahme entspreche nicht der wasserrechtlichen Genehmigung, heißt es in der Stellungnahme des zuständigen Kreisdezernenten Matthias Walther (CDU) auf die Anfrage der Grünen.

Der Golfplatzbetreiber ist nun von der Fachstelle Wasser- und Bodenschutz aufgefordert worden, die unzulässige Wasserableitung zu entfernen und die Entnahmestelle entsprechend der bisherigen Genehmigung wieder herzustellen. Damit ist die Angelegenheit nicht ausgestanden. Wegen des Verstoßes gegen das Wasserrecht läuft ein Bußgeldverfahren. Über die mögliche Höhe der Strafe wollte der Kreis nichts sagen.

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