Keimbelastung

Ikea stoppt Verkauf von Wilke-Wurst aus Hessen

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Hessische Ministerin Hinz legt Liste mit Markennamen vor. Sie gibt Tipp für die Verbraucherinnen und Verbraucher.

Der Möbelkonzern Ikea ist mit Produkten des nordhessischen Wurstherstellers Wilke beliefert worden, der wegen keimbelasteter Waren in die Schlagzeilen geraten ist. Über einen Großhändler habe Ikea Deutschland Wurstaufschnitt für Kunden- und Mitarbeiterrestaurants von diesem Hersteller erhalten, sagte eine Sprecherin des Möbelkonzerns am Montag. Sie bestätigte damit Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch.

Ikea war am Mittwoch durch den Großhändler über die Schließung von Wilke informiert worden und habe „den Verkauf aller Produkte des Herstellers umgehend gestoppt“, sagte die Sprecherin. Nicht betroffen sei das übrige Fleisch- und Wurstsortiment aus Restaurant, Schwedenshop und Bistro. Mittlerweile gebe es einen neuen Lieferanten für Aufschnitt.

Wilke-Wurst
Produkte der Firma Wilke sind nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums mit dem Kennzeichen „DE EV 203 EG“ markiert.

Unter folgenden Marken und Handelsnamen würden sie angeboten: Haus am Eichfeld, Metro Chef, Service Bund „Servisa“, CASA, Pickosta, Sander Gourmet, Rohloff Manufaktur, Schnittpunkt, Korbach, ARO, Findt, Domino und Wilke. pit

Waren von Wilke werden mit zwei Todesfällen in Südhessen und 37 weiteren Krankheitsfällen in Verbindung gebracht. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg hatte als Aufsichtsbehörde den Betrieb mit 200 Mitarbeitern am vorigen Dienstag geschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Die hessische Verbraucherschutzministerin Priska Hinz (Grüne) empfahl den Menschen, im Handel nachzufragen, ob dort Produkte der Firma Wilke angeboten würden. „Viele Wilke-Produkte wurden an Wursttheken in Supermärkten verkauft“, teilte ihr Ministerium am Montag mit. Es gebe aber keine Liste mit den Verkaufsstellen. Sie seien „nach Aussagen der Firma nicht bekannt“. Das sei auch „keine Besonderheit“, da in der Regel mehrere Vertriebsstufen bis zum Einzelhandel zwischengeschaltet seien. Hinz konnte jedoch eine Liste der Markennamen veröffentlichen, unter denen die Firma Wilke Wurst angeboten hat (siehe Box).

Hinz versprach Aufklärung. „Im Fall Wilke-Wurstwaren stellen sich derzeit noch viele Fragen, die beantwortet werden müssen, um Wiederholungen zu vermeiden“, sagte sie. Ihr Ministerium werde den Fall gemeinsam mit der Kreisverwaltung Waldeck-Frankenberg, dem Regierungspräsidium Kassel und der Task Force Lebensmittelsicherheit beim Regierungspräsidium Darmstadt „analysieren und die erforderlichen Konsequenzen ziehen“. Ein Gesetz, das bereits in den Landtag eingebracht wurde, sehe vor, die Befugnisse der Aufsichtsbehörden zu stärken. (mit dpa)

Wegen des Wilke-Wurstskandals steht nun Priska Hinz in der Kritik. Zudem könnte es ein drittes Todesopfer geben. 

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