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Der Fahrradtourismus boomt - auch in Hessen.

Tourismus

Ideen für den ländlichen Raum

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Hessen will die Erreichbarkeit der Kur- und Heilbäder verbessern. Sie sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, die Übernachtungszahlen stagnieren.

Urlaub in Hessen – das heißt nicht nur Städtetourismus: Knapp 30 Prozent der 34,7 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr fanden in Kur- und Heilbädern statt. Wobei 1,2 Millionen davon auf das Heilbad Wiesbaden entfallen und damit sehr wohl auf eine Stadt. Es ist die Nummer zwei nach Bad Wildungen-Reinhardshausen mit mehr als 1,43 Millionen Übernachtungen.

Mit insgesamt 9,84 Millionen Übernachtungsgästen wurde 2018 in etwa der Stand des Vorjahres erreicht, sagt Marco Kreuter, der Sprecher von Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). „Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen ist das ein Erfolg der hessischen Kur- und Heilbäder.“ 40 000 Arbeitsplätze hängen demnach direkt oder indirekt an der Branche. Um die zu sichern, hatte Al-Wazir dieser Tage angekündigt, sich stärker um den Tourismus in den ländlichen Regionen kümmern zu wollen.

Der Anfang ist gemacht. Eine Analyse über den touristischen Ist-Zustand liegt vor. „Auf dieser Basis werden nun die Potenziale ermittelt und konkrete Maßnahmen für die Umsetzung in 2019 entwickelt“, sagt Marco Kreuter. Die erste Ideenwerkstatt habe im Februar stattgefunden. Weitere Treffen sollen zeitnah folgen. Das Stichwort lautet Erreichbarkeit – fremdsprachlich, gastronomisch, digital, barrierefrei, mobil.

Wie gut ist der Betrieb auf ausländische Besucher eingestellt? Gibt es im Ort Einkehrmöglichkeiten? Gibt es im Hotel/Restaurant offenes WLAN? Ein Zimmer für Rollstuhlfahrer oder Senioren, die nicht mehr gut Treppen steigen können? Wie gut ist das Hotel vom Bahnhof oder der nächsten Haltestelle des öffentlichen Nahverkehrs erreichbar? Das sind Fragen, die die Teilnehmer der Ideenwerkstatt klären sollen.

Ländlicher Tourismus ist aber mehr als der in Kur- und Heilbädern. Seit Jahren boomt der Fahrradtourismus – nicht nur in Hessen, aber auch dort. Eine separate Erhebung für Hessen liegt nicht vor. Ministeriumssprecher Kreuter kann lediglich mit der bundesweiten Radreiseanalyse 2018 des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) dienen. Demnach fahren 76 Prozent der Deutschen Rad, 51 Prozent von ihnen auch bei Ausflügen und Reisen. Besonders der Bereich der Tagesausflüge habe 2017 weiter zugenommen. Radreisen würden kürzer und spontaner geplant. Neben dem Naturerlebnis gehe es meist darum, neue Regionen kennenzulernen.

Hessen mit seinen rund 3300 Kilometern Radfernwege, biete dazu eine gute Infrastruktur, sagt Kreuter. „Das sind Themenrouten mit einer besonderen Streckenführung, die beispielsweise landschaftlich besonders attraktiv ist und möglichst abseits von viel befahrenen Straßen läuft.“ Erstellt würden sie mit örtlichen Tourismusorganisationen, deren Anregungen einfließen. Hinzu kämen weitere lokale und regionale Themenrouten mit einer Gesamtlänge von weiteren 3300 Kilometern. „Macht insgesamt rund 6600 Kilometer.“

Das Land fördert außer der baulichen Infrastruktur auch eine Online-Informationsplattform, den Radroutenplaner. Der stellt die Radwege vor und hat auch eine Navigationsfunktion. Die Adresse: https://radroutenplaner.hessen.de

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