1. Startseite
  2. Rhein-Main

Ideen für Landesgartenschau

Erstellt:

Kommentare

myl_JuergenStelter_230922
Jürgen Stelter ist Vorsitzender und Motor des Freundeskreises der Landesgartenschau. © Myriam Lenz

Wetterau - Ein halbes Jahr nach der Gründung zieht der Freundeskreis der Landesgartenschau ein positives Resümee. „Wir sind weit gekommen“, sagt der Vorsitzende Jürgen Stelter. Handfeste Ergebnisse liegen noch nicht vor, doch sie zeichnen sich ab.

Erstmals in Hessen richten gleich mehrere Kommunen eine Landesgartenschau aus. Zur 8. Auflage im Jahr 2027 werden Schotten, Büdingen, Echzell, Gedern, Glauburg, Hirzenhain, Kefenrod, Limeshain, Nidda, Ortenberg und Ranstadt gemeinsam unter dem Dach des Vereins Oberhessen Besucher in die Region einladen.

Der Vorsitzende des Freundeskreises der Landesgartenschau, Jürgen Stelter, sitzt mit Florian Herrmann im Büro der Landesgartenschau GmbH in Bad Salzhausen. Der Treffpunkt kommt nicht von ungefähr. Denn der Freundeskreis arbeitet eng mit dem Geschäftsführer zusammen. Im März dieses Jahres hatte sich die Gemeinschaft gegründet. Die vornehmliche Zielgruppe ist die Basis. Dort will sie überzeugen, anstoßen, Ideen sammeln, sich kennenlernen und vernetzen.

In einer Präsentation wird die Rolle des Vereins grafisch dargestellt: links die Endverbraucher, die Vereine und Institutionen, rechts die Wirtschaftsförderung mit der Dorfakademie, kommunale Ansprechpartner und die Geschäftsführung der Landesgartenschau GmbH. In der Mitte ist der Freundeskreis abgebildet. Eine Art Mittler? Jürgen Stelter nickt. Das sei wohl die Rolle, die dem Verein zufällt. Festgezurrt ist sie nicht.

„Jeder kann sich mit seinem Projekt an uns wenden. Wir schauen uns das an und versuchen, es einzuordnen“, erklärt der Ober-Schmittener. In den Aktionsradius des Vereins fallen vor allem kleinere Projekte, auch um Doppelungen oder Parallel-Projekte zu vermeiden.

55 Mitglieder umfasst der Freundeskreis, darunter sind sehr viele in der Regionalentwicklung tätige und erfahrene Akteure mit besonderen Talenten und dem Ohr an der Basis. Dort ist Überzeugungsarbeit zu leisten. Was hat zum Beispiel ein Bürger in einem Büdinger Stadtteil von der Landesgartenschau? Wie könnten übergeordnete Themen wie die Mobilität den eigenen Alltag positiv beeinflussen?

300 STELEN

Aktuell haben der Verein und die GmbH einen Prüfauftrag an das Behindertenwerk in Hirzenhain vergeben. Geplant ist, 300 circa 2,10 Meter hohe Stelen aus alten Eichenbalken aus Fachwerkgebäuden in den Stadtteilen aufzustellen. Die dazugehörigen Piktogramme aus Holz könnten in den Kindergärten und Schulen bemalt werden. Auch soll die Möglichkeit bestehen, die Stelen zu Dekozwecken zu gestalten. „Die Stelen hätte einen Wiedererkennungswert für die Landesgartenschau«, betont Herrmann. Zusätzlich könnten sie mittels QR-Codes eine Informations-Funktion erhalten.

Bis Anfang November hofft man, Näheres zu den Kosten sagen zu können und dann auch einen Sponsor zu finden. Ob Privatperson oder Verein, wer in den Verteiler des Freundeskreises möchte, kann sich per E-Mail an hallo@freunde-lgs-oberhessen.de melden. myl

Je nach Kommune verlangt die Arbeit einiges ab, man sei bis vor Kurzem nicht so recht vorangekommen. Nun wende sich das Blatt langsam. Neben der Orientierung, der Sichtung, dem Kennenlernen und der Definition von Einzelaktionen gelte es nun, ein strategisches Thema zu entwickeln. Was bislang auf Veranstaltungen auf verschiedenen Ebenen an die Wand geworfen wurde oder als Option auf Pinnwänden zu finden war, kristallisiert sich langsam. „Das bisher Abstrakte wird nun erkennbar“, sagt Florian Herrmann.

Mit dem neu präsentierten Logo kann auch der Verein seinen Auftritt nach außen schärfen. Stelter, der unbestreitbar nicht nur Vorsitzender, sondern auch Motor der Gemeinschaft ist, war mit Florian Herrmann kürzlich in der Stadtverordnetensammlung in Schotten. Beide informierten über den aktuellen Stand. Das soll in den anderen Kommunen wiederholt werden. Nächster Termin ist die Bürgerversammlung in Nidda am 12. Oktober. Danach sind Ortenberg und Büdingen anvisiert. Von den Verwaltungen sollen die Informationen in die 87 Stadt- und Ortsteile der Landesgartenschau weitergeleitet werden.

„Von den kommunalen Steuerungspersonen erwarte ich, dass sie mit uns zusammenarbeiten“, sagt Jürgen Stelter. In Schotten erhalte man nun Zugang zu dem Vereinsverteiler. Stelter hat einen Flyer entworfen, möchte den Oberhessen-Boten, ein Informationsblatt, vierteljährlich herausgeben. Eine eigene Webseite und ein Newsletter sind in Planung. Der Verein sucht jüngere Leute, die die Social-Media-Kanäle bespielen, um den Mehrwert für junge Familien zu präsentieren. Auch sind Interessierte zu einem offenen Treffen jeden dritten Donnerstag im Monat eingeladen.

Im Freundeskreis gibt es etliche eigene Ideen für die Landesgartenschau: Kräuterkurse, alternative Übernachtungsmöglichkeiten, vertikale Landwirtschaft, private E-Zapfsäulen für die Besucher der Landesgartenschau, Mitfahrerbänke im Blümchenlook, eine Wandertasche oder ein Rucksack für Touristen mit Inhalt, eine App und vieles mehr. Alles eben auf kleinerer Flamme und immer verbunden mit der Suche nach Tüftlern.

Übergeordnete Themen, wie zum Beispiel Wassermangel, die bereits vor zwei Jahren in der Bewerbung mitgedacht wurden, sind heute aus dem Nischendasein entfleucht, brennen unter den Nägeln. Für Herrmann ist das ein spannender Prozess: „Die Gartenschau will und muss weniger eine reine Darstellung von floralen Inhalten sein. Nicht mehr die schöne, heile Welt, sondern zeigen, wie es aussieht und was wir machen müssen.“

Die Arbeit des Freundeskreises mit Jürgen Stelter sieht LGS-Geschäftsführer Florian Herrmann als sehr wichtig an. „Der Verein ist ein tolles Puzzlestück in dem komplexen Konstrukt.“ Insbesondere vor dem Hintergrund der zahlreichen Stadt- und Ortsteile, die man erreichen möchte.

Auch interessant

Kommentare