Velo-Nutzer auf der Friedberger Straße im Stadtteil Dortelweil.
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Velo-Nutzer auf der Friedberger Straße im Stadtteil Dortelweil.

Bad Vilbel

Ideen für bessere Radwege

  • Andreas Groth
    vonAndreas Groth
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Frankfurter Ingenieure haben für Bad Vilbel ein Konzept erarbeitet. Der örtliche ADFC heißt die meisten Vorschläge gut.

Der Fahrradklima-Test 2016 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) war für Bad Vilbel kein Ruhmesblatt. In der Klasse der Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern reichte es bei 364 Teilnehmern nur zu Platz 316. Die Chancen stehen aber gut, dass sich Bad Vilbel verbessern wird. In den nächsten Jahren will Frankfurts Nachbarstadt ihr Radwegenetz überarbeiten. Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Sebastian Wysocki (CDU) hat dafür ein Konzept vorgestellt, das noch sein Vorgänger Anfang 2016 beim Frankfurter Büro IMB-Plan in Auftrag gegeben hatte.

Die Ingenieure beleuchten vor allem die innerörtlichen Strecken und schlagen Verbesserungen vor. So soll Mitte 2018 der südliche Nidda-Uferweg zwischen der Wiesengasse und dem Marktplatz auf mindestens drei Meter Breite ausgebaut werden. Die Planungen laufen bereits. Die Stadt sieht darin eine Alternative zur Öffnung der Frankfurter Straße für Radfahrer entgegen der Einbahnrichtung. Diese verläuft zwischen dem Kreisverkehr am Südbahnhof und dem Alten Rathaus parallel zum Nidda-Uferweg und ist Bad Vilbels Hauptgeschäftsstraße.

Auf die Frage, welches Vorhaben am dringendsten sei, nennt Wysocki den Ausbau des Massenheimer Wegs. Er verbindet den Stadtteil Massenheim mit der Kernstadt. „Zurzeit fehlt eine sichere, direkte und gut befahrbare Trasse zwischen den Stadtteilen“, heißt es in dem Konzept. IMB-Plan schlägt einen gemeinsamen, vier Meter breiten Fuß- und Radweg vor. Die Arbeiten sollen Wysocki zufolge erledigt werden, wenn der Bau des neuen Hallen- und des Erlebnisbads begonnen hat.

Auch der ADFC Bad Vilbel hält den Ausbau für erforderlich. Allerdings favorisiert er getrennte Wege für Radfahrer und Fußgänger – beide drei Meter breit. „Wir sehen kein Problem vom Platz her“, sagt dessen radverkehrspolitischer Sprecher Christian Euler. Wegen des neuen Schwimmbads sei dort mit vielen Fußgängern zu rechnen.

Radweg durch Vilbels größtes Neubaugebiet

Die wichtigste Maßnahme ist für Euler der künftige Radweg durch Vilbels größtes Neubaugebiet, den Quellenpark. Dieser soll mit einer Breite von mindestens drei Metern durch den vorgesehenen Grünzug verlaufen. Die Stadt müsse dann für „möglichst viele Zuwege“ aus dem Quellenpark sorgen, fordert Euler.

Viel zu kritisieren hat der ADFC Bad Vilbel an dem Konzept von IMB-Plan nicht. Es enthalte „gute Ansätze“, auch was die Verbindungen zu Nachbarstädten betreffe. Es müsse darum gehen, die Zunahme von Autoverkehr zu bremsen, sagt Euler. Gerade weil Bad Vilbel in den kommenden Jahren um mehrere Tausend Einwohner wachsen werde, brauche die Stadt eine gute Infrastruktur für Bahn, ÖPNV und Rad.

Wysocki plant, das Radverkehrskonzept in der Stadtverordnetenversammlung im Februar zur Abstimmung zu stellen. Die SPD Bad Vilbel will in den nächsten Wochen noch Vorschläge von Bürgern sammeln. Das Konzept kann man von der Homepage ihres Ortsverbands herunterladen.

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