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Betriebschefin Katrin Helm und ihr Vertreter Sascha Heinrich führen den "Gewölbekeller".

Hanau

Speisen unter dem Schloss

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Der „Gewölbekeller“ im Hanauer Schloss Philippsruhe ist nach langer Verzögerung eröffnet worden. Saisonale und regionale Küche stehen auf der Karte.

Die Bestuhlung habe ich mittlerweile viermal umgestellt, nun gefällt sie mir“, sagt Katrin Helm zufrieden. So viel Zeit muss sein. Immerhin hat es einige Zeit gebraucht, bis das Lokal im Gewölbekeller unter Schloss Philippsruhe eröffnen konnte. „Es läuft gut an, trotz der stillen Eröffnung“, sagt die Betriebsleiterin. Der in Hanau bereits aktive Gastronom Thorsten Bamberger hat die Gastronomie im Schloss seit 2014 gepachtet. Der Umbau des Kellers zur dauerhaften Nutzung als Lokal gestaltete sich aufwendig. Nicht zuletzt wegen der behördlichen Auflagen, konnte die Eröffnung nicht wie geplant wenige Monate nach Pachtbeginn erfolgen und auch der nächste Termin im Sommer 2017 war bald nicht mehr zu halten.

Wegen der ufernahen Lage zum Main wurde im Eingang ein Hochwasserschott eingebaut, das aus der Wand herausgezogen wird. Erhöht und damit überschwemmungsgeschützt seien Tresen und Küche des langen, hohen Gewölbes installiert, so Helm. Ein Notausstieg sowie eine Lüftungs- und Heizungsanlage waren weitere Auflagen. Laut einer früheren Aussage von Bamberger beläuft sich seine Investition auf mehrere Hunderttausend Euro. Der städtische Betrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) war an dem Projekt beteiligt, nicht nur, weil der Südflügel des Schlosses, unter dem der Keller liegt, ohnehin mit Millionenaufwand saniert wurde. Die IBM ließ auch das ovale und mit Cortenstahl gekleidete Gebäude nebenan errichten. Kosten: 90 000 Euro. Darin werden die Abfälle der Gastronomie gelagert, hochwassersicher und gekühlt, um Gerüche zu verhindern.

Kuschelig wirkt der „Gewölbekeller“, der nicht wirklich tief unter der Erde liegt, sondern ebenerdig am Main. Ein Fuß- und Radweg führen daran vorbei. Kronleuchter und rot-orange Strahler geben dem Interieur eine warme Atmosphäre. Die Gäste sitzen auf Bänken oder Stühlen an schweren, dunklen Tischen, mit ausreichend Zwischenraum. „Die Leute wollen nicht eng sitzen, sie wünschen Privatsphäre“, sagt Helm. Dass das Raumkonzept Anklang finde, zeige sich an der langen Verweildauer der Gäste, heißt es.

Auf der Speisekarte steht weitgehend saisonale und regionale Küche zu durchschnittlichen Preisen. „Wir möchten mit unserem Angebot keine bestimmte Zielgruppe ansprechen, sondern ein breites Publikum“, so Helm. Doch Schnitzel sucht man vergebens auf der Karte. Verzehrzwang gibt es nicht, so Helm. So soll es auch im Sommer bei der Außenbewirtung gehalten werden. Außer dem Biergarten wird die Wiese nebenan genutzt. Dort werden Bierzeltgarnituren aufgestellt, „wo Radfahrer und Spaziergänger ihr mitgebrachtes Essen verzehren können und bei uns das Getränk kaufen“, sagt Helm.

Gleichwohl Bamberger direkt über dem „Gewölbekeller“ die „Schlossstube“ mit Terrasse zum Main betreibt, sieht Helm mit der Eröffnung des Kellers keine Konkurrenz im eigenen Haus. Die Angebote variierten und in Hanau gebe es genug potenzielle Gäste für alle. Der „Gewölbekeller“ will sich 2019 zudem mit Musik- und Tanzveranstaltungen profilieren sowie Besucher der nahen Brüder-Grimm-Festspiele vor Aufführungsbeginn bewirten. Das Essen wird dann gleich mit der Eintrittskarte gebucht.

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