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Book-n-Drive hat 43 000 Kunden in Frankfurt.

Verkehr in Frankfurt

Kein Boom beim Carsharing

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In Frankfurt bieten die vier Anbieter weniger als 1000 Fahrzeuge an.

Das Carsharing-Unternehmen Book-n-Drive bietet nun 1000 Carsharing-Fahrzeuge in der Region an. Wie das Unternehmen mitteilte, stehen sechs neue Wasserstofffahrzeuge vom Typ Hyundai iX Fuel Cell zur Ausleihe an den Bahnhöfen im Rhein-Main-Gebiet bereit. Schon im vergangenen Jahr hatte der Anbieter ein Wasserstofffahrzeug vom Typ Toyota Mirai an der Hanauer Landstraße in Betrieb genommen. Das Auto werde täglich ausgeliehen und habe schon 20 000 Kilometer zurückgelegt, sagte die Sprecherin.

Insgesamt verharrt die Carsharing-Branche in Frankfurt allerdings auf dem Niveau der letzten Jahre. Laut Angaben des Bundesverbands Carsharing standen Ende 2017 in Frankfurt 1,16 Carsharing-Autos pro 1000 Einwohner zur Verfügung. 2015 waren es 1,21 Autos pro 1000 Einwohner. Die Carsharing-Hauptstadt ist demnach Karlsruhe mit 2,71 Fahrzeugen pro 1000 Einwohner.

Kunden können in Frankfurt Fahrzeuge von vier verschiedenen Anbietern ausleihen. Book-a-Drive bietet in Kooperation mit Flinkster von der Deutschen Bahn in Frankfurt genau 271 stationsbasierte Fahrzeuge an. Hinzu kommen 150 „Cityflitzer“ von Book-n-Drive, die nach dem Freefloating-Prinzip frei im Straßenraum stehen. Stadtmobil hat rund 150 stationsbasierte Fahrzeuge in Frankfurt im Angebot. Außerdem stehen rund 260 Freefloating-Fahrzeuge von Car2Go in Frankfurt zur Verfügung. Zusammen sind das 831 Carsharing-Fahrzeuge.

Gleichzeitig ist die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge in der Stadt im letzten Jahr gewachsen. In Frankfurt waren Ende August rund 425 000 Fahrzeuge gemeldet, teilte das Ordnungsamt auf Nachfrage mit. Vor gut einem Jahr waren es demnach rund 415 000 Fahrzeuge. „Carsharing ist gemessen an der Zahl der Fahrberechtigten nach wie vor ein kleiner Markt“, sagte auch Gunnar Nehrke, Geschäftsführer des Bundesverbands Carsharing, bei der Vorstellung der Branchenzahlen im Februar.

Aus Sicht von Udo Mielke, Geschäftsführer von Book-n-Drive hat Carsharing das Potenzial, zahlreiche Autos aus dem Straßenraum zur verdrängen. „Mit 1000 Carsharing-Fahrzeugen ersetzen wir mindestens 10 000 private Fahrzeuge“, sagte er. In dicht besiedelten Gebieten wie Bornheim könne ein Carsharing-Fahrzeug sogar bis zu 20 Privatfahrzeuge ersetzen - weil die Menschen wegen des hohen Mobilitätsangebots kein eigenes Auto kaufen würden.

Nach einer Studie des Ökoinstituts und des Instituts für sozial-ökologische Forschung (Isoe) trifft das auf Freefloating-Fahrzeuge von Car2Go nicht zu. Nur drei Prozent der Kunden würden ihr Auto abschaffen - unterm Strich erhöhe sich durch Freefloating die Zahl der Autos in der Stadt.

Car2Go widersprach und verwies auf einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie. Demnach ersetze ein Car2Go-Fahrzeug in Berlin bis zu 15,8 Autos.

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