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Mitglieder des ADFC markieren in der Obermainanlage den Radweg.
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Mitglieder des ADFC markieren in der Obermainanlage den Radweg.

Frankfurt

Hütchen gegen Falschparker

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Der Radweg an der Obermainanlange sei notorisch zugeparkt, klagt der Radfahrer-Verband ADFC. Mit einer Aktion wehrt sich der Verband.

Reue zeigt der Autofahrer nicht. Er parkt am Samstag auf dem Radweg, hinter der, an der Obermainanlage in Richtung Sandweg. Ein Unrechtsbewusstsein hat er. „Ja ja, ich weiß, das ist ein Radweg“, sagt der Fahrer des schwarzen Audi aus Mainz. Er habe nur kurz einen Burger essen wollen; das Burger-Restaurant ist einige Schritte entfernt.

„Ich hatte das Auto im Blick, falls was passiert.“ Ob er wisse, dass Radfahrer sich Gefahren aussetzen, wenn sie an seinem Auto vorbei in den fließenden Verkehr ausweichen müssen? „Ja ja, ich fahre selbst Rad. Gefahren gibt es überall! Aber die Parkplatzsituation ist hier einfach ...“ (er flucht).

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt kritisiert schon länger, dass Autos, Lieferwagen, Taxis die Radwege in der Stadt zuparken.

Der Radweg an der Obermainanlage beginnt kurz hinter der Flößerbrücke und ist auf einigen Metern mit dicken, durchgezogenen Streifen markiert, die dann in unterbrochene Streifen übergehen. Nach rund 20 Meter endet der Radweg im Nichts, beziehungsweise es folgen Parkplätze für Fahrzeuge und die Fahrspur.

Um die Fahrzeuge vom Falschparken abzuhalten, machen die Aktivisten vom ADFC ein Experiment. Sie stellen orangene Plastikhütchen auf die Radweg-Markierung. Der Audi-Fahrer fährt weg. Danach stellt sich kein anderes Fahrzeug mehr hin. „Das funktioniert immer“, sagt Ansgar Hegerfeld aus dem Vorstand des ADFC Frankfurt. Es ist das zweite Mal, dass sie Pylonen an dieser Stelle platzieren.

Denis Reith, ebenfalls aus dem ADFC-Vorstand, sagt: „Wir haben angeregt, dass die Stadt Flexi-Poller aufstellt.“ Das sind Poller, die sich wieder aufrichten, wenn ein Fahrzeug darüber rollt. Das städtische Radfahrbüro habe verfügt, dass solche Flexi-Poller aufgestellt werden sollen, das sei vor einem Jahr gewesen. Seitdem ruhe der Fall bei der Stadtverwaltung.

Aktivisten des Radentscheids Frankfurt sind auch da. Der Radentscheid sammelt derzeit Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Das ist eine Volksabstimmung, die sich unter anderem für mehr Sicherheit beim Radfahren und weitere Radwege einsetzen soll. Falls die Breite der Straße es zulasse, schlägt der Radentscheid an manchen Stellen auch baulich getrennte Radwege vor, wie es sie etwa in Kopenhagen gibt – einer Stadt mit sehr hohem Anteil an Radfahrern. ADFC-Aktivist Denis Reith sagt: „Zumindest müsste der Radstreifen weitergeführt werden, als Radweg oder als Schutzstreifen.“ Ob die städtische Verkehrspolizei oder die Landespolizei hier Falschparker kontrollieren? „Wenn wir sie anrufen, ja. Aber das kann Stunden dauern.“ Bis dahin seien die Falschparker längst weggefahren.

Vermutlich ohne Reue.

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