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Bei Claudia Nauth und Matthias Krämer wird abgefüllt.  

Verpackungen

Hüllenlos einkaufen in Hessen

In Unverpackt-Läden können Kunden Verpackungsmüll sparen.Auch konventionelle Supermärkte bieten Alternativen zu Plastik.

Die meisten erinnern sich an die Bilder, die seit einigen Jahren in den Medien allgegenwärtig sind. Plastikmüll, der im Meer schwimmt, Strände, die mit Abfall gepflastert sind, und Mülltonnen, die überquellen. Die Menschheit produziert zu viel Müll. Vor allem Verpackungen sind ein wahres Übel. Aber wo ist es eigentlich möglich, beim Einkaufen Müll zu sparen?

Im Juli hat in Frankfurt der zweite Unverpackt-Laden eröffnet. Dieser heißt ULF, was für Unverpackt-Laden Frankfurt steht. Hier können Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen und die gewünschten Waren darin abfüllen. Diese werden dann abgewogen und per Gramm bezahlt. Das Sortiment umfasst Haferflocken, Nüsse, Trockenobst, Nudeln, Süßigkeiten, Backzutaten, Öle und Essige. Seit einiger Zeit gibt es auch Milchprodukte im ULF, Joghurt und Milch in Pfandgläsern beziehungsweise Flaschen. Butter können sich Kunden von einem Mitarbeiter abschneiden und in ihr Behältnis füllen lassen.

Das Angebot umfasst aber nicht bloß Lebensmittel. Auch Wasch- und Putzmittel können im ULF gekauft werden, es gibt Kosmetik, plastikfreie Zahnbürsten und seit kurzem auch umweltfreundliche Menstruationshygiene.

Lediglich frische Lebensmittel gibt es nicht im ULF. Zum einen weil laut Mitinhaberin Claudia Nauth der Platz im Geschäft zu klein ist, zum anderen hat man Angst, dass Obst oder Gemüse schlecht werden könnten. „Dann müssten wir das wegschmeißen. Das wäre auch kontraproduktiv“, erklärt Nauth.

In Frankfurt gibt es zurzeit zwei Unverpackt-Läden

Auch eine kleine Do-it-yourself-Ecke gibt es im ULF. Dort können sich Kunden selbst Hygieneprodukte aus Natron, Zitronensäure und Waschsoda herstellen. „Wir wollen nicht bloß verkaufen, wir wollen auch zum Nachdenken anregen“, sagt Claudia Nauth. Insgesamt wird das Konzept des Unverpackt-Ladens gut angenommen: „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz und wollen uns jetzt noch weiterentwickeln“, erzählt die Inhaberin.

In Frankfurt gibt es zurzeit zwei Unverpackt-Läden. ULF an der Ecke Saalgasse/Zum Pfarrturm und gramm.genau in der Adalbertstraße. Am 23. November eröffnet in der Höhenstraße die Auffüllerei. „Letztes Jahr gab es noch keinen Unverpackt-Laden in Frankfurt, Ende des Jahres werden es drei sein. Ich finde das ist ein toller Fortschritt“, sagt Nauth.

Wer beim Einkaufen Verpackungen sparen möchte, muss nicht in einen Unverpackt-Laden gehen. Auch konventionelle Supermärkte bieten Möglichkeiten, Verpackungen zu sparen.

Die Supermarktkette Tegut testet zurzeit in Fulda eine Unverpackt-Station. An dieser können sich Kunden, ähnlich wie im Unverpackt-Laden, selbst Lebensmittel in mitgebrachte Behälter abfüllen. Der Test läuft laut Angaben der Supermarktkette gut. Momentan plant Tegut weitere Testfilialen in Heidelberg, Fürth und Dillenburg. Für Frankfurt ist das System bisher nicht geplant.

Bei Tegut können Kunden außerdem an den Käse- und Fleischtheken verpackungsfrei einkaufen. Hierfür müssen Kunden ein eigenes Gefäß mitbringen, dieses wird dann auf die Theke gestellt, vom Verkäufer abgewogen und mit der gewünschten Ware befüllt.

Andere Supermärkte bieten auch einige Alternativen zu Plastik. So kann man bei Rewe und Penny wiederverwendbare Frischenetze für Gemüse und Obst kaufen. Rewe hat außerdem seit diesem Jahr Plastikeinkaufstüten aus dem Sortiment verbannt. Wer an der Kasse eine Tüte kaufen möchte, kann auf Papier oder Stoff zurückgreifen.

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