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Hotels verzeichnen mehr Buchungen

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Die Bad Homburger Hotels, wie hier das Steigenberger, haben in den vergangenen Monaten mehr Buchungen als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Matthias Reichwein
Die Bad Homburger Hotels, wie hier das Steigenberger, haben in den vergangenen Monaten mehr Buchungen als im Vorjahreszeitraum verzeichnet. Matthias Reichwein © Priedemuth, Jens

Steigende Nachfrage bringt neue Herausforderungen für die Branche

Hochtaunus - Der Tourismus boomt wieder, die durch die Pandemie gebeutelte Branche befindet sich mittlerweile im rasanten Aufstieg. Rund 511 000 Übernachtungen verzeichnete der Hochtaunuskreis im ersten Halbjahr. Somit liegt die Zahl an Übernachtungsgästen um 69 Prozent höher als in der ersten Jahreshälfte 2021. Dies hat eine Auswertung des Statistischen Landesamtes ergeben. "Dass wieder viel mehr Urlauber und Geschäftsreisende in den Hochtaunus kommen, ist für das Hotel- und Gaststättengewerbe eine gute Nachricht - vor allem auch für die Beschäftigten", sagt Hendrik Haller, Geschäftsführer der Nahrung-Genuss-Gaststätten-Region Rhein-Main (NGG). Von Normalität könne bei vielen Hotels, Pensionen und Wirtshäusern in der Rhein-Main-Region aber noch keine Rede sein. So gelinge es den Unternehmen kaum, genügend Personal für die wieder sprunghaft wachsende Arbeit zu finden.

Große Verunsicherung wegen Herbst

Andreas Schmücker, Manager des B&B-Hotels am Bahnhof in Bad Homburg, kann ein Lied davon singen. "Im Moment fahre ich Doppelschichten", berichtet er. Deshalb hilft er als Chef mittlerweile auch selbst aus, wo er kann. Sein Hotel ist ein Unternehmen mit relativ kleinem Personalstamm. Als Business-Hotel sind seine Übernachtungsgäste zu 99 Prozent Geschäftsleute.

"Wir sind wieder auf dem Stand von 2018, was die prozentuale Auslastung betrifft", sagt Schmücker. In der Pandemie habe er viele Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken müssen und sich mitunter selbst an die Rezeption gestellt. Dann, im April und Mai dieses Jahres, kam der Ansturm. Von 20 bis 30 Prozent Auslastung, seien die Zahlen auf 70 Prozent gestiegen, "Also eine mehr als doppelt so hohe Auslastung von jetzt auf gleich." Seit dem Zeitpunkt hätten die Probleme mit den Mitarbeitern angefangen. Gerade bei den Reinigungskräften habe es anfangs Probleme gegeben. Aber auch Mitarbeiter mit anderen Qualifikationen sucht er derzeit händeringend. Auch Jan Grunder, Direktor des Maritim-Hotels, verzeichnet mehr Buchungen und merkt den Fachkräftemangel ebenfalls. Ähnlich sieht es beim Steigenberger aus. Zwar sei die Auslastung im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren mittlerweile wieder wesentlich besser. Im April sei es noch wackelig gewesen, im Mai hätten dann die Buchungen wieder stark zugenommen. Die Monate Juni, Juli und August seien auch noch sehr gut gewesen. Dennoch liege man unter dem Niveau von 2019, weiß Direktor Michael Kain. Er beobachte seit kurzem wieder eine wachsende Vorsicht bei den Besuchern. Anfragen gebe es zuhauf, allerdings würden viele später von einer tatsächlichen Buchung absehen. Auch einige Unternehmen seien noch zurückhaltend, wenn es um Buchungen für Veranstaltungen gehe. Einen Grund hierfür sieht er in der Ungewissheit bezüglich des kommenden Herbstes. "Jetzt schauen alle auf den Oktober, wenn es wieder die ersten Corona-Maßnahmen gibt. Wie die ausfallen, wissen wir ja nicht genau." Deshalb würden viele Kunden versuchen, die Buchung so lange wie möglich hinauszuzögern, weil sie die Lage im Herbst abwarten wollen.

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