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Hotelbewertungen in Frankfurt

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Von: Oliver Teutsch

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Das Westin Grand Hotel in der Frankfurter Innenstadt hat schon länger vorübergehend zu.
Das Westin Grand Hotel in der Frankfurter Innenstadt hat schon länger vorübergehend zu. © Monika Müller

Die Klassifizierung von Luxushotels ist nicht einfach . Viele lehnen eine Bewertung ab

Laut Tourismus und Congress GmbH Frankfurt (TCF) hatte die Mainmetropole Ende November 2021 zwölf Luxushotels. Es waren mal 17. Aber wann zählt eine Herberge eigentlich als Luxushotel? Landläufig richtet sich diese Einschätzung nach der Sterne-Klassifizierung, die seit 2010 zumindest bundesweit einheitlich ist.

Demnach zählen Unterkünfte für höchste Ansprüche zur Kategorie der 4-Sterne-Superior- und 5-Sterne-Hotels. Die Ergänzung Superior wurde nachträglich eingeführt und als sinnvoll erachtet. Der Unterschied zwischen den Sternen leitet sich aus der erreichten Punktzahl im Kriterienkatalog ab. Es kann jedoch passieren, dass trotz erreichter Punktzahl eine 5-Sterne-Klassifizierung nicht gegeben werden kann, da notwendige Muss-Kriterien nicht erfüllt werden, zum Beispiel ein Gepäckservice. Dann erhält das Hotel die niedrigere Klassifizierung mit dem Zusatz Superior. Das Steigenberger Frankfurter Hof ist sogar als 5-Sterne-Superior klassifiziert.

Die Unterschiede in den einzelnen Kategorien sind in der Regel bei den Serviceangeboten zu finden. 4-Sterne-Häuser müssen unter anderem eine Lobby mit Sitzgelegenheit und Getränkeservice, eine Hotelbar, Zimmerservice, mehrsprachiges Personal und eine eigenständige, separate 24/7-Rezeption vorweisen.

Die Zimmergröße hingegen ist seit einigen Jahren kein Kriterium mehr. Auch ein Telefon auf dem Zimmer ist nicht mehr notwendig. Die umgangssprachlich oft genutzten Begriffe wie plus/Luxury/First class sind keine offiziellen Klassifizierungen.

Allerdings gibt es auch viele Hotels, die der Luxuskategorie zugerechnet werden, aber weder vier noch fünf Sterne haben. Der Grund dafür: Die Hotels lehnen eine Klassifizierung ab, da sie damit große Teile ihrer Kundschaft verlieren würden. „Wir würden aus dem Buchungsraster vieler Industriezweige rausfallen“, verrät eine Hotelmanagerin, die in diesem Zusammenhang nicht genannt werden möchte.

Viele Unternehmen verbieten sich in ihren Richtlinien, ihr Personal in 5-Sterne-Häusern einzuquartieren. Gibt es eine solche Klassifizierung nicht, verbieten sich die Unternehmen den teuren Luxus für die Angestellten offenbar nicht.

Gerade in Frankfurt, wo es viel Firmenkundschaft gibt, verzichten viele Luxushotels daher auf eine Klassifizierung. Das Roomers in der Gutleutstraße gehört etwa zu den Luxushotels, ist aber nicht offiziell klassifiziert, obwohl es laut TCF sicher fünf Sterne erreichen würde.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum gerade die Häuser internationaler Hotelketten auf eine Klassifizierung verzichten: Anders als etwa in der Kochkunst, wo die Gault-Millau-Sterne weltweit standardisiert sind, gibt es in der Hotellerie keinen international einheitlichen Standard für vier oder fünf Sterne.

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