Neu-Isenburg

Verkehr der Zukunft im Blick

  • schließen

Die Planungswerkstatt sammelt Anregungen zum Straßenumbau für die RTW. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung ist zudem für Samstag, 18. August, ein themenbezogener Spaziergang geplant.

Die Regionaltangente West (RTW) beschäftigt die Neu-Isenburger: Zur Planungswerkstatt am Samstag mit dem Thema Umgestaltung der Friedhofstraße und der Carl-Ulrich-Straße sind rund 90 Teilnehmer in die Hugenottenhalle gekommen. Die Stadt, der Regionalverband und die Hochschule Darmstadt hatten die Bürger aufgefordert, Ideen für die „Straße der Zukunft“ für die Zeit um 2030 zu entwickeln.

Denn bekanntlich soll die RTW nicht nur den Neu-Isenburger Bahnhof anfahren, hier soll auch eine Verbindung quer durch die Stadt zum Gewerbe- und Wohngebiet Ost geschaffen werden. „Süd 2“ heißt dieser Abschnitt im Gesamtplan. Die Auswirkungen für den innerstädtischen Verkehr, ob motorisiert, zu Fuß oder per Rad, sind enorm, die Stadt will daher frühzeitig die Bürger in die Planung einbinden. Schon jetzt, das stellt sich rasch heraus, gibt es Unzulänglichkeiten auf beiden Straßen, kritisieren die Bürger. So würden etwa in Höhe der Einmündung Waldstraße oder beim Ärztehaus in der Friedhofstraße Fußgängerüberwege fehlen. „Schon jetzt ist es gefährlich, da rüberzugehen – wenn dann noch in der Mitte Gleise verlaufen, kommt man gar nicht mehr auf die andere Seite“, moniert eine Frau.

Nicht erst 2030, sondern aktuell zu ändern sei das Problem, dass Urlauber ihre Autos in Neu-Isenburg parken und dann vom Flughafen aus in die Ferien fliegen, heißt es gleich mehrfach. „Die nehmen dann Anwohnern und Besuchern die Parkplätze weg“, sagt ein Mann. Trotz geänderter Ampelschaltung sorgt der sogenannte Ampelkreisel an der Carl-Ulrich-Straße noch für Kritik: die Wartezeiten seien unverändert lang, für Radfahrer die Fahrwege zu unübersichtlich, monieren Teilnehmer.

Auf erwartungsgemäß großes Interesse stoßen die beiden vorgestellten Streckenvarianten für die Bahnverbindung zum Birkengewann. Ein- oder zweigleisig ist dabei die Hauptfrage. Favorisiert von der Stadt wird die eingleisige Variante, von den Teilnehmern gibt es dafür auch Zustimmung. Andere fordern für eine bessere Bahnverbindung dagegen einen zweigleisigen Ausbau.

Unumstritten ist der Streckenverlauf quer durch die Stadt aber nicht: Anwohner kritisieren seit Monaten die geplante Verbindung und befürchten unter anderem erhöhten Lärm und ausufernde Kosten. Erst kürzlich hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die statt einer Bahnstrecke vom Bahnhof zum Birkengewann einen E-Bus-Service vorschlägt. Dass Moderator Jürgen Follmann nach dem Vortrag von Planungsgesellschaftschef Horst Amann das Vorurteil zitiert, dass „Manager Bahn, aber nicht Bus fahren“, ist da wenig hilfreich.

„Weshalb wird eine Busverbindung von vornherein ausgeschlossen?“, will ein Bürger wissen. Die Kosten für eine Busanbindung würden schließlich nur einen Bruchteil der geplanten Gleisverbindung kosten, der Eingriff in die bisherige Verkehrsführung sei wesentlich geringer. Die Antwort des RTW-Mitarbeiters, es sei nun einmal eine Schienenverbindung angestrebt, bleibt für ihn unbefriedigend.

Ob barrierefreie Fußwege, Radverbindung, fehlende Park & Ride-Möglichkeiten oder wie sich die Gleistrasse mit Leitungen oder Feuerwehrrettungswegen vertragen – die Teilnehmer sammeln einiges an Fragen und Anregungen. Zwei Termine zur Fortsetzung der Bürgerbeteiligung hat die Stadt schon angesetzt, Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) sagt am Samstag, dass die Stadt noch ein oder zwei Zusatztermine plane.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare