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Die Lesungen in den oberen Stockwerken sind besonders beliebt. 

Festival

Hohes Erregungspotenzial bei LiteraTurm in Frankfurt

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Das regionale Literaturfestival „literaTurm“ lockt mit namhaften Autoren in Hochhäuser.

Das Wort Erregung beschreibt heute häufig die Stimmung bei gesellschaftlichen, politischen, ökologischen und ökonomischen Fragen. Deshalb ist Erregung das Motto des „politischer werdenden“ Literaturfestivals „literaTurm“.

Zum zehnten Mal wird das Medium Buch dort hoch gehalten, im wahrsten Sinne des Wortes: Mit dem Aufzug geht es für Literaten, Wissenschaftler, Blogger und Besucher der 43 Veranstaltungen hoch hinaus: In den 38. Stock des Marienturms, in die 29. Etage des Opernturms oder im „Westend Duo“ in die fünfundzwanzigste.

„Die große Gereiztheit“ heißt das jüngste Buch des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen. Er wird neben László F. Földényi, Ingo Schulze und Ferda Ataman einer der Gäste bei der Eröffnung am Montag, 23. März, sein. Mit dem Buchtitel greift er das Motiv der Erregung in der Literatur auf. Im so benannten vorletzten Kapitel in Thomas Manns Zauberberg ist ein großer Stimmungsumschwung deutlich zu spüren, Gelangweiltheit wird zum Handgemenge.

Rassismus und Klimawandel Feminismus und Sexualität, Mieten und Mobilität, Fußball und Mutterschaft, die Deutsche Einheit und Digitalisierung – die Liste der Themen, die die Gemüter derzeit erhitzen, ist lang. Daran arbeitet sich das Festival literarisch ab, wie Programmleiterin Sonja Vandenrath beim Pressetermin am Donnerstag im Kulturamt befand.

Es sei „aus guten Gründen eine ernste Ausgabe“ des Festivals, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Hinblick auf den gerade geschehenen rechtsextremen Terrorakt in Hanau. „Die politische Situation vertieft das Bedürfnis sich zu orientieren“, sagte sie. Davon habe in den vergangenen Jahren auch das Sachbuch profitiert, das weiterhin einen Aufschwung erlebe.

„Wir sprechen über Sachbücher mit Erregungspotenzial, Sachbücher, die diese Erregung analysieren und natürlich Romane, die daraus einen literarischen Stoff machen“, sagte Vandenrath zum umfangreichen Programm mit namhaften Publizisten aller Art, wie beispielsweise dem Autor Maxim Biller, der Bloggerin Kübra Gümüsay, der Musikerin Dr. Bitch Ray, dem Filmschaffenden Klaus Gietinger, der Journalistin Alice Hasters und dem Schauspieler Uwe Preuss.

Die meisten Bücher seien Neuerscheinungen, keines älter als zwei Jahre. Vier Veranstaltungen richten sich an Kinder.

Das im März erscheinende Buch von Ingo Schulze werde seit Jahren erwartet und „beim ,literaTurm‘ eines der ersten Male vorgestellt“, sagte Hartwig. „Die rechtschaffenen Mörder“ erzählt von einem Antiquar, der sich radikalisiert. Der Autor aber besitze die „Kunst der Empathie“.

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