Wetterau

Hohe Zahl von Niedriglöhnern kritisiert

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Für die Gewerkschaft NGG reicht der erhöhte Mindestlohn nicht aus. Selbst für eine Vollzeitkraft sei es extrem schwer, mit dem Mindestlohn klarzukommen.

Laut Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) werden von der Erhöhung des Mindestlohns 3890 Menschen im Wetteraukreis und die lokale Wirtschaft profitieren. Denn es werde mit dem Geld knapp eine Million Euro zusätzliche Kaufkraft im Jahr erzeugt, berichtet die NGG aus einer Analyse des Pestel-Instituts, Hannover. Der Mindestlohn steigt ab Januar um 35 Cent auf 9,19 Euro pro Stunde.

Für den NGG ist auch der neue gesetzliche Mindestlohn noch zu niedrig. „Selbst für eine Vollzeitkraft ist es extrem schwer, mit dem Mindestlohn klarzukommen. Gerade dann, wenn auch noch Kinder im Haushalt leben. Und bei steigenden Mieten sowieso“, so NGG-Geschäftsführer Kampmann. Die NGG bekräftigt ihre Forderung nach mehr als zwölf Euro pro Stunde. Erst dann werde die Lohnuntergrenze „langsam armutsfest“.

In Branchen wie dem Gastgewerbe und dem Bäckerhandwerk gingen trotz guter Wirtschaftslage selbst Fachkräfte oft nur mit dem gesetzlichen Minimum nach Hause, heißt es. Messlatte sei aber nicht der Mindestlohn, sondern der Tariflohn. Kampmann prangert die zunehmende Tarifflucht als Hauptgrund dafür an, „dass seit Jahren viel zu viele Menschen im Niedriglohnsektor gefangen sind“.

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