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Hohe Gefahr für Waldbrände in Rhein-Main

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Von: Oliver Teutsch

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Feuerwehrleute löschen einen Wakldbrand bei Hainburg im Kreis Offenbach. /5vision Media /dpa
Feuerwehrleute löschen einen Wakldbrand bei Hainburg im Kreis Offenbach. /5vision Media /dpa © dpa

Die Fahrlässigkeit von Menschen ist Hauptursache Nummer eins für Feuer in der Natur. Feuerwerk auf Mainfest mit strengen Auflagen genehmigt.

Die Auswirkungen sind noch nicht so katastrophal wie im Berliner Grunewald, doch auch im Rhein-Main-Gebiet gibt es derzeit immer wieder Waldbrände. In der Nähe von Hainburg (Kreis Offenbach) stand am Donnerstagabend eine Waldfläche von rund 2500 Quadratmetern in Flammen, im Taunus in der Nähe des Sandplackens brannte es am Mittwochabend genauso wie in den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim und Griesheim. Bei den Bränden bei Hainburg und in Frankfurt geht die Polizei sogar von Brandstiftung aus, doch weit häufiger noch werden solche Feuer durch menschliche Fahrlässigkeit verursacht, wie Peter Rodenfels vom Frankfurter Stadtforst weiß: „90 Prozent der Feuer brechen in der Nähe von Waldwegen aus, was auf menschliche Ursachen schließen lässt.“

Durch die Regenfälle am Freitag sei die Waldbrandgefahr zwar kurzfristig gemindert, doch schon am Montag werde sie wohl wieder die höchste Stufe erreicht haben, so Rodenfels. Der Regen hilft nur wenig, denn die Gräser und Büsche, die jetzt schon versengt sind, werden nicht mehr grün. „Selbst Brombeeren sind schon verdorrt, das brennt wie Zunder.“

Der Stadtforst Frankfurt bewirtschaftet etwa 5000 Hektar Wald. Die Angestellten sind derzeit häufiger auf Patrouillenfahrten. „Sie haben den Auftrag, verstärkt Wildwiesen anzufahren, weil es dort immer wieder illegale Partys gibt“, so Rodenfels. Auch Spaziergänger:innen, die eine Zigarette rauchen, würden ins Gebet genommen. Normalerweise werde das verbotene Rauchen als Ordnungswidrigkeit eingestuft, doch bei der derzeit hohen Waldbrandgefahr könne ein solcher Verstoß auch strafrechtlich relevant sein, ermahnte der stellvertretende Leiter der Abteilung Stadtforst im Grünflächenamt.

Die Frankfurter Feuerwehr versucht sich auf die seit Jahren zunehmende Waldbrandgefahr immer besser einzustellen. Im kommenden Jahr sollen auf den Einsatzfahrzeugen auch dünnere und somit leichtere Schläuche sein, die bei den meist langen Wegen zum Brandherd im Wald leichter zu handhaben sind. Auf Waldbrände ist die Feuerwehr schon seit Jahren eingestellt, wie Veith Bosenbecker, Abteilungsleiter Bevölkerungsschutz, weiß: „Wir haben ein digitales Kartennetz mit den befahrbaren Wegen erstellt, in dem auch die Wasserentnahmestellen kartiert sind.“ Auf kleinere Gewässer wurde dabei verzichtet, da sie doch austrocknen könnten. An einigen Stellen im Wald gibt es auch Hydranten. Zudem sind in den Feuerwachen in Sachsenhausen und Nied größere Tanklöschfahrzeuge stationiert. Das Wegenetz im Frankfurter Stadtwald sei zudem recht gut erschlossen und kein Vergleich zu manchem Waldgebiet in Mittelhessen.

Auch Bosenbecker sieht menschliches Fehlverhalten als klare Nummer eins bei der Ursache von Waldbränden. Dass Glasscherben einen Waldbrand auslösen könnten, hält er indes für „eine rein theoretische Betrachtung“. In der Realität seien neben weggeworfenen Zigarettenkippen eher Autos Ursache für Brände. Deren Katalysatoren werden nämlich ziemlich heiß und können beim Fahren über Feld- und Waldwege trockene Gräser entzünden.

Entzündet werden soll auch das Feuerwerk am Montag auf dem Mainfest. „Wir haben zwar einen riesigen Auflagenkatalog erhalten, aber wir dürfen zünden“, sagt Christian Müller, der Veranstaltungschef der ausrichtenden Tourismus- und Congress-Gesellschaft. Die Raketen dürfen allerdings nur in Richtung Main abgeschossen werden. Die Steighöhe wird viel geringer sein, zudem müssen sehr viele Feuerlöscher und Brandwachen bereitstehen. Ganz neu sind die Auflagen nicht. Auch 2019 gab es schon eine ähnliche Situation. Die Sommer werden generell trockener.

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