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Typisch Elmar Diez: Protest gegen Abholzung.
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Typisch Elmar Diez: Protest gegen Abholzung.

Hanau

Hohe Ehrung für Elmar Diez

  • Detlef Sundermann
    VonDetlef Sundermann
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Der Umweltaktivist und Grünen-Politiker Elmar Diez wird mit dem Hessischen Verdienstorden geehrt. Auch im Alter ist Elmar Diez nicht still geworden.

Dem Umweltaktivisten und Grünen-Politiker Elmar Diez ist am Freitag der Hessische Verdienstorden verliehen worden. Die höchste Auszeichnung des Landes überreichte Umweltminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vor zahlreichen Weggefährten des 75-Jährigen. Der Orden werde für 40 Jahre selbstloses Engagement verliehen, sagte Al-Wazir im Gesellschaftssaal der Gaststätte „Parton Tasch“, in dem es vor lauter Gästen eng wurde. Zum Raumschmuck gehörten gelbe Antiatomprotest-Banner.

Das Ende der Hanauer Atomindustrie in den 1990er Jahren, das Aus für das AKW Biblis, die Verhinderung der Giftmülldeponie Mainhausen und der massive Protest, der Block 6 des Kraftwerks Staudinger bei Großkrotzenburg scheitern ließ, sind wesentlich dem unermüdlichen, immer sympathischen Querkopf für die gute Sache zuzuschreiben. Diez war aktives Mitglied und Gründer des BUND Hanau sowie einer der Väter der Hanauer Grünen, deren Fraktionschef er von 1985 bis 2006 war. In weißen Schutzanzügen saß seine Fraktion einmal im Parlament, um gegen die Brennelementewerke am Stadtrand zu protestieren.

Elmar Diez, in Nürnberg geboren und aufgewachsen, kam Anfang der 70er Jahre nach Hanau, quasi als politischer Flüchtling. Als Lehramtsanwärter hatte er ein Protestflugblatt gegen einen Artikel des umstrittenen CSU-Politikers Franz Josef Strauß in der Schülerzeitung seiner Schule verfasst und verteilt. Damit war seine Karriere in Bayern beendet. In Hessen konnte er dagegen Oberstudienrat werden. 32 Jahre unterrichtete Diez an der Bruchköbeler Heinrich-Böll-Schule.

Auch im Alter ist Elmar Diez nicht still geworden. Als 2012 in Hanau Bäume für ein neues Einkaufszentrum gerodet wurden, saß der Pensionär bei grimmigem Frost mit Protestschild vor dem Körper in einer Pappel. Nach der Fukushima-Katastrophe hielt er regelmäßig auf dem Marktplatz eine Mahnwache ab. Seit kurzem ist es damit vorbei. Nicht weil er des Protestierens müde geworden ist – eine schwere Erkrankung hat ihn in den Griff genommen.

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