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Die Streuobstwiesen im Norden Hofheims bleiben voraussichtlich erhalten.
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Die Streuobstwiesen im Norden Hofheims bleiben voraussichtlich erhalten.

Hofheim

Hofheim: Baugebiet Vorderheide vor endgültigem Aus

  • Andrea Rost
    VonAndrea Rost
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Die SPD wird wohl auch einem geänderten Bebauungsplan für die Vorderheide nicht zustimmen. Im Februar könnte die Entscheidung im Parlament fallen.

Villen auf großen Grundstücken können am Fuße des Hofheimer Kapellenberges nicht gebaut werden. Der Verwaltungsgerichtshof in Kassel hat den Bebauungsplan für das elf Hektar große Areal Vorderheide II im Norden Hofheims für unwirksam erklärt. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hatte geklagt. Nun steht das Baugebiet womöglich vor dem endgültigen Aus. Denn die SPD, die den Bebauungsplan vor fünf Jahren mit verabschiedet hatte, steht nicht mehr hinter dem Projekt. Die Bebauung der Streuobstwiesen sei nicht mehr zeitgemäß, sagte SPD-Fraktionschef Alexander Tulatz der Frankfurter Rundschau. Seine Partei wolle sich jetzt auf die Entwicklung des geplanten Wohnbaugebietes Marxheim II am südöstlichen Stadtrand von Hofheim konzentrieren. Dort könnten mehr und auch geförderte Wohnungen geschaffen werden.

Die Kasseler Richter:innen hatten den Bebauungsplan für die Vorderheide II mit der Begründung gekippt, das geplante neue Wohngebiet liege in einem Bereich, der vom Land als Vogelschutzgebiet für den besonders geschützten Gartenrotschwanz hätte gemeldet werden müssen. Auch fehlten Ausweichhabitate für weitere häufig vorkommende Vogelarten auf den Streuobstwiesen. Das erforderliche öffentliche Interesse für naturschutzrechtliche Ausnahmeregelungen sahen die Richter:innen nicht. Die Pläne ließen den für Bauprojekte in städtischen Gebieten gebotenen sparsamen Umgang mit Grund und Boden vermissen, stellten sie fest.

Aus dem Hofheimer Rathaus gibt es bislang zu dem Urteil keine Stellungnahme. Auch die Stadtverordnetenfraktionen von CDU, FDP, Freien Wählern und Bürgern für Hofheim, die 2015 für den Bebauungsplan stimmten, haben sich noch nicht geäußert.

Bei Gesprächen innerhalb der SPD-Fraktion habe sich gezeigt, dass niemand aus der Reihe der sozialdemokratischen Abgeordneten das Verfahren zur Bebauung der Vorderheide in der bisherigen Form fortführen wolle, berichtete Alexander Tulatz. Da der Kasseler Senat eine Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zugelassen habe, bleibe der Stadt Hofheim nur, Beschwerde gegen das Urteil einzulegen. „Das macht aus unserer Sicht keinen Sinn.“ Ideen, das Konzept zu ändern und das Bebauungsplanverfahren komplett neu aufzurollen, lägen keine auf dem Tisch. Ohnehin sei die Vorderheide II nie das Wunschprojekt seiner Fraktion gewesen, betonte Tulatz. Am Ende habe man als ehemaliger Koalitionspartner der CDU, die das Projekt federführend vorantreiben wollte, zugestimmt. „Es war ein Kompromiss.“

An dieser Linie wollen die Sozialdemokraten, die mittlerweile Oppositionsfraktion im Hofheimer Parlament sind, offenbar nicht mehr festhalten. Das Baugebiet Vorderheide II könnte damit vor dem endgültigen Aus stehen. Denn das nach der Kommunalwahl geschmiedete Bündnis aus CDU, FDP und FWG hat keine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Und Grüne und Linke waren von Anfang gegen den Bebauungsplan. Die Linken wollen die Vorderheide im Regionalen Flächennutzungsplan wieder als Vorranggebiet für Natur und Landschaft ausweisen lassen. Im Februar soll über den Antrag entschieden werden.

Das Urteil der Kasseler Richter:innen zur Vorderheide hat indes die Bürgerinitiative auf den Plan gerufen, die gegründet wurde, um das Baugebiet Marxheim II zu verhindern. Auch von diesem Großvorhaben seien Streuobstwiesen und wertvolle Ackerböden bedroht, sagte Sprecher Helmut Kornmann. Die Initiative fordert einen „Perspektivwechsel“ von den Stadtverordneten. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir klagen, wenn ein Bebauungsplan auf dem Tisch liegt“, kündigte Kornmann an.

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