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Bernhard Köppler (links) und Christian Vogt verfolgten die Bekanntgabe der Ergebnisse.

Hofheim

Christian Vogt  und Bernhard Köppler  gehen in die Hofheimer Bürgermeister-Stichwahl

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Christian Vogt (CDU) und Bernhard Köppler (SPD) gehen in die Hofheimer Bürgermeister-Stichwahl am 7. April.

Es ist ein Verwirrspiel, mit dem sich die Besucher am gestrigen Wahlabend in der Hofheimer Stadthalle fast eine Dreiviertelstunde herumschlagen müssen. Für einen kurzem Moment tauchen immer wieder Wahlergebnisse auf der Leinwand auf. Doch sie sind nicht korrekt, weil Wahllokale miteingerechnet wurden, die noch gar nicht ausgezählt sind.

Die Tendenz, die die Balken der sieben Kandidaten signalisieren, stimmt aber: CDU-Kandidat Christian Vogt liegt klar vorne, auf Platz zwei landen abwechselnd Bernhard Köppler (SPD) und Bianca Strauss (Grüne). Am Ende schafft es Köppler mit knapp 500 STimmenVorsprung in die Stichwahl. Strauss wird Dritte und der parteilose Wilhelm Schultze, 24 Jahre alt, Student und bis vor wenigen Monate politisch noch überhaupt nicht Erscheinung getreten, landet auf dem vierten Platz. Eine kleine Sensation.

Rhythmisches Klatschen begleitet Christian Vogt, als er kurz vor 19 Uhr in die Stadthalle kommt. Glücklich und zufrieden sei er über das Wahlergebnis, sagt der Christdemokrat. Mit allen, die es nicht in dies Stichwahl geschafft haben, wolle er jetzt sprechen, um Unterstützung zu erhalten für die Entscheidung am 7. April. Und Vogt fügt hinzu: „Wir feiern heute noch nicht. Ich bin noch nicht Bürgermeister.“

Rathauschefin Gisela Stang (SPD), die auf eine Wiederkandidatur verzichtet hatte, sieht das ähnlich. Das Wahlergebnis, das Vogt im ersten Wahlgang doppelt so viele Stimmen bescherte wie SPD-Mann Bernhard Köppler, sei kein Automatismus, dass der Christdemokrat auch die Stichwahl gewinnen müsse. Bei sieben Kandidaten sei der Wahlkampf sehr diffus gewesen, ein polarisierendes Thema habe es nicht gegeben. Nun werde sich im direkten Duell der Kandidaten herausstellen, wer die Bürger und auch die Wähler der ausgeschiedenen Kandidaten überzeugen könne.

Bernhard Köppler selbst hat sein Wahlziel, die Stichwahl, erreicht, und ist beeindruckt, vom Ergebnis des parteilosen Wilhelm Schultze, der als Newcomer den Stadtteil Lorsbach, in dem er wohnt, mit mehr als 30 Prozent der Simmen gewinnen konnte. Schultze habe vor allem junge Menschen an die Urnen gebracht, vermutet Köppler. „Das ist ein ganz starkes Signal.“

Andreas Nickel, dem Kandidaten der Freien Wähler, fällt zur seinem Abschneiden nur ein Wort ein: „Bescheiden.“ Er sei enttäuscht, dass er nicht zumindest den dritten Platz erreicht habe, sagt Nickel, der im Wahlkampf mit Videos und einem Song im Internet auf sich aufmerksam machte. Und er glaubt auch zu wissen, woran das liegt: „Wilhelm Schultze hat’s mir vermasselt.“ Er habe den etablierten Parteien Schützenhilfe geleistet.

Der Name des 24-Jährige fällt auch, als Grünen-Kandidatin Bianca Strauss ihr Wahlergebnis kommentiert. Das zweistellige Ergebnis von Wilhelm Schultze habe Bernhard Köppler in die Stichwahl gebracht, ist Strauss überzeugt. Ihren eigenen Wahlkampf bezeichnet die Grüne als „thematisch und gradlinig“. Sie habe erwartet, dass es „eine knappe Kiste wird um Platz zwei.“

Wilhelm Schultze, der am Wahlabend immer von vielen jungen Leuten umringt ist, kommt zwar nicht in die Stichwahl. Eine Eintagsfliege solle sein politisches Engagement aber nicht gewesen sein, kündigte er an: „Ich will weitermachen, in welcher Form, muss ich mir noch überlegen.“

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