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Nur 20 Zentimeter

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Endlich angehobener Bahnsteig.
Endlich angehobener Bahnsteig. © Martin Weis

Am S-Bahnhof Oberursel läuft ganz normaler, voller Betrieb. Aber währenddessen wird der barrierefreie Umbau der Station vollzogen. Ende des Monats soll alles erledigt sein.

Von Jürgen Streicher

Die letzten Schritte sind mühsam, es geht nur langsam voran. Gearbeitet wird bei vollem Betrieb, mehr als ein paar Quadratmeter am Stück sind im Gewusel der Fahrgäste nicht möglich. Rund 1500 Quadratmeter Pflaster müssen die Arbeitstrupps am S-Bahnhof auf dem Bahnsteig verlegen, damit er endlich barrierefrei ist. Anfang Dezember solle der Schlussstein gesetzt werden, kündigte die Stadt dieser Tage an.

Zwanzig Zentimeter hatten auch nach dem Bau der sechs Millionen Euro teuren Unterführung noch für das Etikett barrierefrei gefehlt. Durch die Erhöhung des Mittelbahnsteigs um dieses Maß auf exakt 96 Zentimeter ab Schienenoberkante wird „mobilitätseingeschränkten Personen“ nun der höhengleiche Einstieg in die S-Bahnen und die Taunusbahn ermöglicht. Seit fast sechs Wochen wird daran gearbeitet.

Die Abbrucharbeiten an der ehemaligen Unterführung hatten dieses Projekt eingeleitet. Diese hatte nach Fertigstellung der neuen Unterführung rechtzeitig zum Hessentag vor anderthalb Jahren ausgedient und ihre Funktion verloren. Das Warten auf alle Genehmigungen und die Abstimmung mit der Bahn haben dann viel Zeit gekostet.

Eine halbe Million drauflegen

Die Investitionen in die Unterführung mit Rampen und Aufzug lohnten sich erst jetzt, so Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD). Etwa eine halbe Million Euro muss die Stadt jetzt noch drauflegen, für die Restkosten hofft sie auf Zuschüsse. Auf eine Million Euro werden die Baukosten taxiert. Weil die Sicherheit am Bau für alle Beteiligten – ob Arbeiter vor Ort oder Fahrgäste – oberste Priorität habe, kämen die Arbeiten nur langsam voran, so Brum, der vor allem bei den lärmgeplagten Anwohnern um Nachsicht bittet. Denn nur in den Nachtstunden, wenn keine S-Bahnen und Taunusbahnen fahren, wird etwa an den Bahnsteigkanten gearbeitet. Immerhin 210 Meter Kante stehen auf dem Arbeitsplan, zum Teil muss auch das mehr als 100 Jahre alte Fundament unter dem Bahnsteig erneuert werden.

Ende November sollten die Arbeiten abgeschlossen werden, kündigt Brum an. Endgültiger Schlusspunkt sei dann in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember der letzte „Stopfgang“, wie die Bahn-Experten sagen. Ein Spezialschienenfahrzeug der Bahn wird dann die Gleise im Schotter exakt auf die neue Bahnsteigkante ausrichten. Dann soll auch Rollstuhlfahrern der Zugang zur S-Bahn problemlos und ohne Begleitpersonen möglich sein.

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